19. März 2014, 11:53 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Wenn Sie nachmittags den Schreibtisch voller Arbeit haben, noch Ihr Kind aus der Kita abholen und das zweite vielleicht danach noch zum Fußballtraining fahren müssen – dann spüren Sie es sehr deutlich: Zeit ist ein sehr kostbares Gut. Als Mütter und Väter sind Sie Zeitmanager, die oftmals ein allzu knappes Budget zur Verfügung haben, selbst wenn es nur darum geht, die vermeintlich kleinen Dinge des Alltags zu bewältigen. Dabei ist Zeit, vor allem gemeinsam verbrachte Zeit, doch eigentlich der Faktor, der Familie erst erlebbar macht.
Wir sind heute hier, weil wir davon überzeugt sind: Berufstätige sollten nicht um jede Minute kämpfen müssen, die sie mit ihren Kindern verbringen. Allerdings wissen wir auch: Diese Überzeugung im Alltag umzusetzen, ist zwischen all den Anforderungen nicht einfach. Von Arbeitnehmern wird stets höchste Flexibilität gefordert. Überstunden, Pendeln und voller Einsatz sind selbstverständlich. Aber können Arbeitnehmer dann nicht auch eine gewisse Flexibilität von ihrem Unternehmen erwarten? Zumindest in Zeiten der Familiengründung, in Zeiten, in denen junge oder pflegebedürftige Familienmitglieder auf Unterstützung angewiesen sind?
Die Arbeitswelt prägt schließlich die zeitlichen Strukturen, in denen sich Familien arrangieren müssen. Doch gerade in bestimmten Lebenslagen und –phasen ist bei allen Beteiligten Flexibilität gefragt. Flexibilität, die Zeitstrukturen schafft, die Menschen die Teilhabe am beruflichen, sozialen und kulturellen Leben auch mit Familie ermöglichen. Und das ist eine große Aufgabe für die gesamte Stadtgesellschaft! In NRW hat nun zum Thema „Zeit für Familie“ eine kommunenübergreifende Zusammenarbeit begonnen, an der sich Gelsenkirchen ebenfalls aktiv beteiligt.
Wir in Gelsenkirchen wissen sehr genau, dass Familien für unser Gemeinwesen von besonderer Bedeutung sind – gerade junge Familien mit Kindern. Mit einem Blick auf die demografische Entwicklung ist nicht nur mir klar: Wenn wir in 30 Jahren noch in einer vitalen Stadt leben wollen, die auch für Fachkräfte interessant ist, dann müssen wir heute die Weichen dazu stellen, ein attraktiver Ort für junge Familien zu sein. Dann müssen wir jungen Eltern all das bieten, was sie brauchen, um in einer Stadt gut und gerne zu leben! Wir müssen uns um eine gute öffentliche Kinderbetreuung kümmern. Wir müssen die Vereinbarkeit von Beruf und Familienleben erleichtern. Wir sollten die öffentlichen Räume kindgerecht gestalten und überhaupt ein familienfreundliches Klima schaffen.
Für die Stadt Gelsenkirchen ist das Thema Familie seit vielen Jahren ein Schwerpunktthema. Wir haben trotz leerer Kassen neue Wege beschritten und zahlreiche Angebote für junge Eltern entwickelt. Wir haben eine fast lückenlose Betreuungskette für die ersten Lebensjahre der Gelsenkirchener Mädchen und Jungen aufgebaut. Dadurch sind wir für viele andere Städte und Kreise zum Vorbild geworden und zu Recht ausgewählte Modellkommune im Landesprojekt „Kein Kind zurücklassen!“ Doch trotz dieser Anerkennung und Preise können und wollen wir uns damit nicht zufriedengeben, sondern noch besser werden. Eine dieser Verbesserungen ist das neue Familienbüro, das in diesem Jahr an zentraler Stelle gegenüber des Hans-Sachs-Hauses von uns eröffnet wird. Hier werden verschiedene Angebote für Familien gebündelt und eine Anlaufstelle für Familien und Eltern geschaffen, wo man sich informieren, aber auch einfach treffen kann. Eine tolle Sache, wie ich finde!
Das, was in Gelsenkirchen seit Jahren im Bereich Bildung, im Bereich frühkindlicher Förderung, in der Unterstützung für Familien, das, was hier an immensen Anstrengungen geleistet wird – das geht nur gemeinsam mit starken Partnern. Mit Partnern, wie sie in unserem Familienbündnis vertreten sind, aus dem seit 2005 viele gute gemeinsame Ideen und Projekte für Familien hervorgegangen sind. Was ein solches Bündnis wie dieses bewegt und bewegen kann, das hängt stark ab vom Engagement seiner Mitglieder. Natürlich weiß ich auch, dass es für Unternehmen, gerade für kleine und mittelständische Unternehmen, sehr schwierig ist, Themen außerhalb ihres Kerngeschäftes zu bearbeiten. Themen, die sich nicht unmittelbar am steigenden Umsatz bemerkbar machen. Aber vergessen wir nicht: Familienfreundlichkeit ist auch für Unternehmen eine strategische Frage. Gerade für Unternehmen, die gut ausgebildete Fachkräfte brauchen. Ich möchte Sie einladen, sich weiter und gerne noch etwas stärker im Gelsenkirchener Bündnis für Familien zu engagieren – für ein familienfreundliches Leben in unserer Stadt und für die Zukunft der nachfolgenden Generationen. Und ich bin mir sicher, dass es sich lohnen wird! Denn von flexiblen, familienfreundlichen Strukturen profitieren wir am Ende alle! Also, lassen Sie uns weitermachen in unseren gemeinsamen Anstrengungen!
Glück auf!