30. Mai 2014, 10:31 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Das „Filmjahr national“ ist Thema der Monatsreihe des Kommunalen Kinos (KoKi) Gelsenkirchen im Juni. Den Anfang macht „Hannas Reise“ am Sonntag/Montag, 1./2. Juni. Es folgt am Dienstag, 3. Juni, „Nicht mein Tag“. Am Mittwoch, 4. Juni, steht „Hannah Arendt“ auf dem KoKi-Programm.
Die Vorstellungen in der Schauburg beginnen am Sonntag um 12.45 Uhr und am Montag/Dienstag um 18 und 20.30 Uhr. Das Programm in der Gesamtschule Ückendorf startet am Mittwoch um 19.30 Uhr. Der Eintritt kostet normal 4 Euro für eine Vorstellung bzw. 36 Euro für die 10er-Karte. Schüler und Studierende sowie GE-Pass-Inhaber erhalten Ermäßigungen.
Zwischen witzigen und ernsten Momenten entwarf die mehrfach prämierte Regisseurin Julia von Heinz eine vielschichtige, wohl ausbalancierte Tragikomödie, die einfühlsam vom Selbstfindungsprozess einer jungen Frau erzählt und dabei erfrischend unverkrampft das immer noch schwierige deutsch-israelische Verhältnis beleuchtet. Offizieller Beitrag zu den internationalen Filmfestivals in Montreal und Haifa sowie zu den „Internationalen Hofer Filmtagen“ (alle 2013). — Die ehrgeizige BWL-Studentin Hanna (Karoline Schuch) will durch „soziales Engagement“ den Lebenslauf aufwerten, um die Karrierechancen zu verbessern. Sie spekuliert auf eine pro forma ausgestellte Bescheinigung ihrer Mutter Uta, die als Leiterin der Organisation „Aktion Friedensdienste“ für Israel tätig ist. Doch Uta schickt die Tochter tatsächlich nach Tel Aviv, wo sie ein mehrmonatiges Praktikum in einem Behindertenheim absolvieren soll. Wütend und voller Vorurteile tritt Hanna die Reise an – und trifft vor Ort auf den attraktiven israelischen Betreuer Itay (Doron Amit), der sie nicht nur mit zynischen Bemerkungen über die deutsche Vergangenheit provoziert, sondern sie auch schon bald durch eine regelrechte Flirtoffensive verwirrt.
Basierend auf dem Roman des STROMBERG-Erfinders Ralf Hausmann hat Regisseur Peter Thorwarth mit „Nicht mein Tag“ eine ausgesprochen turbulente Roadmovie-Komödie um eine ungewöhnliche Freundschaft inszeniert. Kauzige Typen, skurrile Situationen, deftige Dialoge und eine gehörige Portion Ruhrgebiet-Lokalkolorit sorgen für ein tolles Kinovergnügen. — Familienvater Till (Axel Stein) führt ein streng geordnetes, monotones und leidenschaftsloses Leben, aus dem er insgeheim nur allzu gerne ausbrechen würde. Ehe er sich versieht, steckt er mitten in einem irrwitzigen Abenteuer an der Seite des Gelegenheitsgangsters Nappo (Moritz Bleibtreu), der seine Bankfiliale überfällt und ihn als Geisel nimmt. Eine Kette von überraschenden Ereignissen lässt die beiden ungleichen Männer zu Komplizen werden. Und Nappo entdeckt Seiten an dem vermeintlichen Spießer Till, die er nie erwartet hätte.
„Hanna Arendt“ ist ein kluges und aufschlussreiches Porträt der politischen Theoretikerin, die 1961 am Prozess gegen Adolf Eichmann in Jerusalem teilgenommen hat. — Als „Hannah Arendt“ (Barbara Sukowa) in Jerusalem den Gerichtssaal betritt, um für den renommierten „The New Yorker“ über den Prozess gegen den Nazi-Massenmörder Adolf Eichmann zu berichten, erwartet sie, auf ein Monster zu treffen. Stattdessen erlebt sie einen Niemand. Die geistlose Mittelmäßigkeit Eichmanns passt nicht zum abgrundtief Bösen seiner Taten. Dieser Widerspruch beschäftigt Hannah Arendt sehr. Zurück in New York liest sie hunderte Prozessakten, recherchiert, diskutiert mit ihrem Mann Heinrich Blücher (Axel Milberg) und ihren Freunden. Ab Februar 1963 erscheint unter dem Titel „Eichmann in Jerusalem“ ihre Artikelserie. Mit ihrer These von der „Banalität des Bösen“ schockiert Arendt die Welt. Die Reaktionen sind verheerend und niederschmetternd. Hannah Arendt wird geächtet, angefeindet, verliert alte Freunde. Dennoch bleibt sie konsequent bei ihrer Haltung, sie kämpft und scheut keine Auseinandersetzung, wenn es um für sie so wichtige Themen wie Totalitarismus und Macht geht.