04. Juni 2014, 10:48 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Weiterhin läuft im Kommunalen Kino (KoKi) Gelsenkirchen die Monatsreihe „Filmjahr national“. Am Sonntag/Montag, 8./9. Juni, zeigt das KoKi im Schauburg Filmpalast auf vielfachen Wunsch den Renner des diesjährigen Kinojahrs, „Fack ju Göhte“ von Dora Dagtekin. Am Dienstag, 10. Juni, ebenfalls in der Schauburg, folgt „Finsterworld“ von Frauke Finsterwalder. „Zwei Leben“ von Georg Maas ist am Mittwoch, 11. Juni, in der Gesamtschule Ückendorf zu sehen.
Die Vorstellungen in der Schauburg beginnen am Sonntag um 12.45 Uhr und am Montag/Dienstag um 18 und 20.30 Uhr. Das Programm in der Gesamtschule Ückendorf startet am Mittwoch um 19.30 Uhr. Der Eintritt kostet normal 4 € für eine Vorstellung bzw. 36 € für die 10er-Karte. Schüler und Studierende sowie GE-Pass-Inhaber erhalten Ermäßigungen.
Bora Dagtekins freche, temporeiche Komödie, die hierzulande zum erfolgreichsten Kinofilm 2013/2014 avancierte, spielt genussvoll mit Klischees, um aus ihnen Wahrheiten herauszukitzeln. Dadurch grenzt sich der Film deutlich von oberflächlichen Klamauk-Possen ab und gerät zum intelligenten Leinwandspaß, der zwischen Realsatire und witziger Filmfantasie einen bissig-ironischen Kommentar zur Misere im deutschen Bildungssystem liefert. Nominiert für drei „Deutsche Filmpreise“ 2014 in den Kategorien „Bester Spielfilm“, „Beste Nebendarstellerin“ (Jella Haase) und „Bestes Drehbuch“. — Einen Aushilfslehrer wie Zeki Müller (Elyas M’Barek) hat die überkorrekte Referendarin Lisi (Karoline Herfurth) noch nicht erlebt: Er sieht blendend aus, verfügt über ein loses Mundwerk und bekommt mit seinen ruppigen Lehrmethoden sogar die Chaotenklasse 10b in den Griff. Hin- und hergerissen zwischen Bewunderung und Abscheu ahnt Lisi nicht, dass „Herr Müller“ frisch aus dem Knast kommt und sich eigentlich nur die Diebesbeute, die unter der neuen Turnhalle der Goethe-Gesamtschule vergrabene liegt, schnappen will. Als sie das kriminelle Geheimnis lüftet, ist sie Zekis rauem Charme längst verfallen.
„Finsterworld“ wurde ausgezeichnet u. a. mit dem FBW-Prädikat „besonders wertvoll“; nominiert für fünf „Deutsche Filmpreise“ 2014 darunter in den Kategorien „Bester Spielfilm“, „Beste Nebendarstellerin“ (Sandra Hüller) und „Bester Nebendarsteller“ (Michael Maertens). — Angesiedelt in einem sonnendurchfluteten, leicht entrückt erscheinenden Deutschland, begleitet der Film zwölf Personen, deren bizarre Geschichten miteinander verwoben sind: Ein Fußpfleger fühlt eine tiefe Zuneigung zu einer Altenheimbewohnerin und schenkt der Seniorin Kekse, die er aus ihrer Hornhaut angefertigt hat. Ein Polizist hegt eine geheime Leidenschaft für Bärenkostüme und trifft sich mit Gleichgesinnten. Ein Privatschüler verschwindet während einer Klassenfahrt zu einer KZ-Gedenkstätte und gerät an die blasierten Eltern eines intriganten Mitschülers. Durch diese und zahlreiche weitere Handlungsstränge zeichnet der originelle Film ein humorvoll-abgründiges Porträt zeitgenössischer deutscher Befindlichkeiten.
„Zwei Leben“ ist ein fesselndes, eindringliches Drama um eine in Norwegen lebende Deutsche, die sich den Schatten ihrer Vergangenheit stellen muss. — Katrine (Juliane Köhler) lebt ein glückliches Leben. Doch mit dem Fall der Mauer und der politischen Neuordnung Europas wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt: Als Tochter einer Norwegerin und eines deutschen Soldaten wurde sie als Kind von den Nazis nach Deutschland verschleppt. Dort wuchs sie in einem Kinderheim auf. Mit Mitte 20 floh Katrine aus der DDR nach Norwegen, um ihre leibliche Mutter Åse (Liv Ullmann) zu finden. Der junge deutsche Anwalt Sven Solbach (Ken Duken) will dieses schwerwiegende Verbrechen des Nazi-Regimes vor Gericht bringen und braucht dafür die Aussagen von Katrine und ihrer Mutter. Doch je mehr Katrine von ihrer Vergangenheit preisgibt, umso tiefer verstrickt sie sich in ein Netz aus Widersprüchen, Lügen und Verrat.