10. Juni 2014, 14:00 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. „Mein besonderer Dank geht an alle Einsatzkräfte und die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die seit gestern Abend unermüdlich an den Aufräumarbeiten beteiligt sind und die gröbsten Schäden beseitigen“, das erklärte in einer nach dem Gewittersturm kurzfristig anberaumten Pressekonferenz heute Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski. „Die Schäden sind so umfassend, dass es Tage dauern wird, bis die gefährlichsten Hindernisse aus dem Weg geräumt sind. Es hat mich besonders gefreut, dass viele Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener selbst Hand angelegt und in Nachbarschaftshilfe erste Unterstützung geleistet und betroffene Straßen und Gehwege gesichert haben. Bitte seien Sie vorsichtig und überlassen Sie gefährliche Arbeiten den Profis, auch wenn es etwas länger dauert.“
Nach dem bisherigen Stand gab es in Gelsenkirchen durch den gestrigen Gewittersturm nur wenige leicht verletzte Personen. Dafür sind die Schäden an Bäumen und auch an Gebäuden sehr hoch.
„Seit gestern Abend halb zehn sind die Einsatzkräfte der Feuerwehr Gelsenkirchen pausenlos im Einsatz,“ fasst Michael Axinger, Leiter der Feuerwehr Gelsenkirchen die derzeitige Einsatzsituation zusammen. Insgesamt 190 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr sowie der Berufsfeuerwehr arbeiten die Einsätze sukzessive ab.
In der Leitstelle an der Seestraße werden die Einsätze der Feuerwehr koordiniert, bis 8.30 Uhr waren bereits 310 Einsätze abgearbeitet. „Wir müssen nun zuerst schauen, dass alle Straße wieder frei geräumt werden“, bat Axinger um Verständnis wenn Nebenstraßen erst etwas später geräumt würden.
„Bei einer Firma an der Kurt-Schumacher-Straße wurde während des Gewitters das Dach abgedeckt, dort sind gerade massiv Kräfte im Einsatz, um die Gelsenkirchener „Hauptschlagader“ wieder frei zu bekommen,“ so Axinger weiter. Neben den Einsatzkräften der Feuerwehr ist auch das Technische Hilfswerk im Einsatz, die Gefahren im Stadtgebiet zu beseitigen.
Betroffen ist auch der Schienenverkehr der Linien 301 und 302. Wegen Oberleitungsschäden kann auch am morgigen Mittwoch die Linie 302 nicht verkehren, ein Busersatzverkehr soll eingerichtet werden. Hinweise dazu gibt es im Internet auf den Seiten der Bogestra.
Am morgigen Mittwoch bleiben sämtliche Gelsenkirchener Schulen geschlossen. Zum Teil sind Schulgebäude beschädigt, oft sind nur die Wege durch umgestürzte Bäume verlegt. Da ein sicherer Schulweg nicht gewährleistet werden kann, sollen die Schülerinnen und Schüler morgen zu Hause bleiben.
Von den 67 Tageseinrichtungen für Kinder bei GeKita mussten heute lediglich drei geschlossen bleiben: Die Dächer der Kita Emscherbruch und Kita Heidelberger Straße wurden so beschädigt, dass auch am Mittwoch Ersatzeinrichtungen aufgesucht werden müssen. Zur Kita Königstraße sind die Eingänge durch Bäume versperrt. Eltern der betroffenen Einrichtungen werden direkt informiert.
Bis auf weiteres sind alle Friedhöfe, Sportanlagen, Spielplätze und Schulhöfe gesperrt. Der Besuch von Wäldern sollte derzeit vermieden werden.
Das Gewitter und damit verbundene Stromausfälle haben von den 280 Ampelanlagen in der Stadt 50 beschädigt. Sie werden jetzt nach und nach wieder in Betrieb genommen. Verkehrsteilnehmer sollten derzeit besonders vorsichtig fahren und auf keinen Fall Absperrungen umfahren.
Schwere Schäden an einem Baugerüst haben dazu geführt, dass die Doppelbogenbrücke im Nordsternpark und der darunter befindliche Rhein-Herne-Kanal bis auf weiteres gesperrt sind.
Der Sturm hat auch etliche Bäume des Zoos beschädigt. Die ZOOM Erlebniswelt bleibt daher geschlossen, bis die Schäden beseitigt sind.
Die VHS im Bildungszentrum und die Bibliothek haben seit 12:30 Uhr für die Bürgerinnen und Bürger geschlossen. Nach dem schweren Sturm sind die Computer für die Ausleihverbuchung in der Zentralbibliothek ausgefallen. Verbuchungen und jegliche Anfragen von Bürgern und Bürgerinnen können nicht getätigt werden.
Auch in der Volkshochschule sind die meisten Vormittagskurse ausgefallen, da aufgrund des Ausfalls von Bus und Bahn die meisten Teilnehmer/innen die Kurse nicht erreichen konnten. Für den Abendbereich wurden drei Kurse abgesagt.
Am gestrigen Abend musste die Deutsche Bahn bereits 15 Personen aus einem liegen gebliebenem Zug unterbringen. Im Gelsenkirchener Hauptbahnhof selbst warteten um die 100 Fahrgäste vergeblich auf ihre Beförderung. Die Bahn selbst aktivierte ebenfalls ihr Krisenmanagement vor Ort. Die 15 Personen aus dem Zug wurden in umliegenden Hotels untergebracht.
Fragen nach der Schadenshöhe können derzeit nicht beantwortet werden. Es wird Tage dauern, bis alle Schäden aufgenommen und bewertet werden können.