11. Juni 2014, 12:05 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Das Kommunale Kino (KoKi) Gelsenkirchen lässt auch in der nächsten Woche ansehenswerte Produktionen des „Filmjahrs national“ Revue passieren. Den Anfang macht am Sonntag/Montag, 15./16. Juni, der Dokumentarfilm „Beltracchi – Die Kunst der Fälschung“ von Arne Birkenstock. Am Dienstag, 17. Juni, folgt der Spielfilm „Kreuzweg“ von Dietrich Brüggemann. Und am Mittwoch, 18. Juni, steht „Eltern“ von Robert Thalheim auf dem Programm.
Die Vorstellungen beginnen am Sonntag um 12.45 Uhr und am Montag/Dienstag um 18 und 20.30 Uhr im Schauburg Filmpalast (Horster Straße 6). Das Programm in der Gesamtschule
Ückendorf (Bochumer Straße 190) startet am Mittwoch um 19.30 Uhr. Der Eintritt kostet normal 4 Euro für eine Vorstellung bzw. 36 Euro für die 10er-Karte. Schüler und Studierende sowie GE-Pass-Inhaber erhalten Ermäßigungen.
Der Fall Wolfgang Beltracchi gilt als größter europäischer Kunstfälscher-Skandal der Nachkriegszeit. Über 40 Jahre lang fertigte der 1951 in Höxter geborene Sohn eines Kirchenmalers zahlreiche Bilder im Stil berühmter Maler wie Heinrich Campendonk, Max Ernst und Max Pechstein an und verkaufte die vermeintlichen Originale für hohe Summen auf dem internationalen Kunstmarkt. Bei den handwerklich versiert erstellten Gemälden handelte es sich größtenteils nicht um Kopien, sondern um erfundene, kreativ gestaltete Motive, die Beltracchi als bisher „verschollene“ Werke ausgab. Deren Echtheit zweifelten weder Galerien noch Experten an, bis der Betrug 2008 aufflog und der Fälscher anschließend zu einer sechsjährigen Haftstrafe im offenen Vollzug verurteilt wurde. Arne Birkenstocks amüsanter und aufschlussreicher Dokumentarfilm „Beltracchi – Die Kunst der Fälschung“ erzählt Beltracchis schier unglaubliche Geschichte und zeigt, mit welcher Finesse er gearbeitet hat. – Ausgezeichnet mit dem „Deutschen Filmpreis“ 2014 in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“.
In vierzehn festen, grandios komponierten Kameraeinstellungen, die an die Stationen des Kreuzwegs Jesu angelehnt sind, beleuchtet Dietrich Brüggemanns intensives, absolut außergewöhnliches Drama „Kreuzweg“ anhand des Schicksals eines jungen Mädchens die fatalen Auswirkungen von religiösem Fanatismus. Ausgezeichnet bei der Berlinale 2014 mit dem „Silbernen Bären“ für das „Beste Drehbuch“ und dem „Preis der ökumenischen Jury“. — Die 14-jährige Maria (Lea van Acken) wächst in einer streng katholischen Familie auf, die den Lehren einer erzkonservativen Priesterbruderschaft folgt. Sie nimmt den Glauben sehr ernst und versucht, nach den von ihrer rigiden Mutter und dem Priester der Gemeinde vermittelten Prinzipien zu leben. Dies fällt Maria zwischen Schulalltag und religiösem Umfeld zunehmend schwerer – bis sie schließlich eine radikale Entscheidung trifft.
„Eltern“ ist ein realitätsnaher, ebenso berührender wie humorvoller Film über die Schwierigkeiten, Kinder, Beruf und eine funktionierende Beziehung unter einen Hut zu bekommen. — Während Konrad (Charly Hübner) sich um Haus und Familie kümmert, macht sein Frau Christine (Christiane Paul) Karriere als Anästhesistin. Als auch Paul wieder ins Berufsleben als Theater-Regisseur zurückkehrt, soll sich ein argentinisches Au-Pair-Mädchen um die schwierigen Kinder Käthe (Parashiva Dragus) und Emma (Emilia Pieske) kümmern. Der Stress für das berufstätige Ehepaar wird dennoch immer schlimmer, und eines Tages nimmt Konrad eine völlige Auszeit von der Familie.