07. Juli 2014, 11:51 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Aus dem ehemaligen Kohlehafen Graf Bismarck wird in den kommenden Monaten ein Sportboothafen mit Anlegemöglichkeiten für Passagierschiffe. Dazu stehen am Hafenbecken Graf Bismarck am Rhein-Herne-Kanal zwischen der Uechtingstraße und der Münsterstraße umfangreiche Sanierungsarbeiten bevor. In den nächsten Tagen werden die Wände des Beckens ertüchtigt und Vorkehrungen für den Bootsverkehr geschaffen.
Der ehemalige Kohlehafen der außerhalb des heutigen Graf Bismarck-Areals gelegenen Zeche „Graf Bismarck 1/4“ wurde im 1. Weltkrieg gebaut, um die geförderte Steinkohle zu exportieren. Nach Stilllegung der Zeche diente er als Versorgungshafen für das auf dem Areal gelegene Kraftwerk. Es wurde Steinkohle und später Öl angeliefert. In den 1960ger Jahren wurde das Kraftwerk stillgelegt und damit der alte Kohlehafen endgültig funktionslos. Seitdem wurde er nicht mehr gewerblich genutzt. Nach den Planungen der Stadt Gelsenkirchen soll er vor allem für Freizeitnutzungen umgestaltet werden.
Betonproben aus den alten Verladekais haben ergeben, dass der etwa 100 Jahre alte Stampfbeton speziell unter Wasser weitgehend entfestigt ist und sich in den nächsten Jahrzehnten kritische Risse bilden könnten.
Die Hafensanierung sieht im Südwesten des Hafenbeckens eine Slipanlage vor. Dadurch können später kleinere Boote direkt vom Trailer ins Wasser gelassen werden. Das Westufer soll eine neue, universell nutzbare Stahlspundwand vor der alten Kaimauer bekommen. Das Nordufer soll zur Absicherung der neuen Treppenanlage in ein Schrägufer umgestaltet werden. Die übrigen Uferabschnitte sollen durch einen Schiffsanleger für die Weiße Flotte, einen Hafenplatz und eine Uferpromenade attraktiv gestaltet werden. Die neue Seilbrücke über der Hafeneinfahrt soll auf der Kanalseite neue Dalben zur Rammschutzsicherung bekommen.
Die bautechnische Sanierung des Nord- und Westufers mit Slipanlage und den Ramm-schutzdalben wird aus Mitteln der EU und des Landes NRW finanziert. Die Netto-Baukosten betragen rund zwei Millionen Euro. In einem ersten Bauabschnitt wird die neue Spundwand am Westufer gesetzt, danach folgen die Slipanlage, die Dalben und zum Schluss das Nordufer. Da die verschlammte Hafensohle in Ufernähe auf Hindernisse überprüft wird, ist mit einer starken Eintrübung des Wassers im Hafenbecken zu rechnen. Natürliche Fäulnisprozesse im Hafenschlamm können vorübergehend zu Geruchsbelästigungen im direkten Umfeld führen. Auf das Fischen im Hafenbecken sollte wegen der verminderten Wasserqualität während der Bauarbeiten verzichtet werden. Das Baden im Hafenbecken ist generell verboten.
Die Sanierung soll Mitte Juli beginnen und voraussichtlich im ersten Quartal 2015 abgeschlossen sein.