07. Juli 2014, 11:53 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Ausgerechnet bei ihrer 25. Auflage muss die beliebte Konzertreihe „SommerSound“ vom sturmgeschädigten Stadtgarten nach Bismarck auf den Roten Platz zwischen Consol Theater und Musikprobenzentrum CONSOL 4 „emigrieren“. Sicher kein schlechter Ort, aber SommerSound wurde von vielen gleich „Stadtgarten“ gesetzt. Aber was nicht geht, geht eben nicht.
„Folk – im Osten viel Neues“ ist das diesjährige Thema. Und das Referat Kultur hat mit seinem Partner „ruhrfolk“ wieder einmal Musikerinnen und Musiker gewinnen können, die sowohl hören- als auch sehenswert sind. Den Auftakt machen am Sonntag, 13. Juli, um 19:30 die „Hudaki Village Band“ aus der Ukraine mit Volksmusik aus Transkarpatien. Ihnen folgt dann um 20:45 Uhr „Sedaa“ mit Künstlern aus der Mongolei und dem Iran – eine spannende Mischung.
Wie aus dem Stadtgarten gewohnt, öffnet der Biergarten bereits um 18:00 Uhr. Klappstühle können mitgebracht werden. Für Decken eignet sich der Rasen nicht.
In der Ukraine nennt man die „Hudaki Village Band“ den »Tornado aus Maramorosch«. Nicht nur daheim, auch bei ihren Gastspielen im europäischen Ausland begeistern sie ihr Publikum mit ihren feurigen Kosakenklängen, melancholischen Liebesliedern und fröhlich-derben Bauernliedern. Hudaki bringt die emotionsgeladene Musik aus den Bergdörfern der ukrainischen Karpaten, die sich in den letzten Jahrhunderten zu einer unverwechselbaren Mixtur entwickelt hat, auf die Bühne. In ihrer Heimat leben Slawen, Rumänen, Roma, Juden und Ungarn auf engem Raum zusammen. Die Bewohner ertragen nicht nur gemeinsam Naturkatastrophen, die ihre Heimat oft heimsuchen, sondern sie tanzen auch zusammen auf Hochzeiten, begleitet und angespornt von den Dorfmusikanten Hudaki, mit ihren Geigen, Cymbali, Trommeln, Flöten - und vor allem deren Gesang, der die Lebensfreude der Menschen auf mitreißende Weise darstellt. — 2011 erhielt Hudaki den Europäischen Folkmusikpreis »Eiserner Eversteiner«.
Mit wehmütige Klängen der Pferdekopfgeige, frischen Tönen des Hackbretts und uralten Gesangstechniken öffnet „Sedaa“ Türen in eine andere Tonwelt. Die Gruppe verbindet archaische Klänge der traditionellen mongolischen Musik mit orientalischen Harmonien und Rhythmen, gewürzt mit einer Prise Klassik, Rock und Jazz. Eine mystische Melange aus den tiefsten Stimmen der Steppe und den feinsten Klängen des Orients. Die Grundlage ihrer modernen Kompositionen bilden Naturklänge - erzeugt mit traditionellen Instrumenten und die Anwendung uralter Gesangstechniken nomadischer Vorfahren, bei denen ein Mensch mehrere Töne zugleich hervorbringt. Vibrierende Untertongesänge und der Kehlgesang Hömii sowie die wehmütigen Klänge der Pferdekopfgeige Morin Khuur und die perligen Töne des mit 120 Saiten bespannten Hackbretts verschmelzen mit pulsierenden orientalischen Trommelrhythmen zu einer mystischen Melange der Schwingungen und Stimmungen. Eine akustische Reise entlang der Seidenstraße.
Redaktioneller Hinweis: Fotodatei anbei.