09. Juli 2014, 11:30 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Direkt zum Start ins Jahr 2013 war die städtische Feuerwehr gleich gefordert. Bei einem Strohlagerbrand in Scholven am Fünfhäuserweg hatten mehrere 1000 Strohballen Feuer gefangen. Dieser Einsatz dauerte mehrere Tage und benötigte viel Personal- und Materialeinsatz. Ein Grund von vielen für die fast durchweg gestiegenen Einsatzzahlen bei den Brandschützern.
Insgesamt kam es zu knapp 1.300 zusätzlichen Einsätzen im Vergleich zum Vorjahr, wobei die Notfallrettung die größte Steigerung um fasst 800 Einsätze verzeichnete. Auch die Bereiche Brand- und Hilfeleistungsalarme stiegen um jeweils über 100 Einsätze und Krankentransporte um mehr als 200 Einsätze an. Michael Axinger, Branddirektor der Städtischen Feuerwehr Gelsenkirchen, erklärt den Anstieg jedoch „als normale Schwankung, die mal nach oben und dann wieder nach unten gehen kann“. Im Falle der Notfallrettung sei bereits seit Jahren ein Trend nach oben zu erkennen, den er auf die steigende Zahl älterer Mitbürger mit höherem medizinischen Risiko zurückführt. Auch extreme Steigerungen von über 170 Prozent wie bei den Wasser- und Sturmschäden sind normal für Axinger: „In bestimmten Jahren gibt es mehrere kleine Unwetter, die solche Zahlen steigen lassen“.
Im Gegensatz dazu sank die Zahl der Aufträge im Bereich vorbeugender Gefahrenschutz. Hier bietet die städtische Feuerwehr unter anderem Gutachten für Bauanträge, Brandschauen oder Alarmübungen an. Die Aufträge sanken von über 3800 auf etwa 3120 im letzten Jahr. Doch bedeutet dies nicht weniger Arbeit, sondern das häufiger größere Objekte durch die Feuerwehr betreut wurden. So zum Beispiel die Renovierung des Hans-Sachs-Hauses, als eins der Großprojekte im letzten Jahr. Umso größer das Objekt, umso mehr Sitzungen sind notwendig, um Sicherheitsmaßnahmen zu besprechen und die Umsetzung zu begleiten. Bei kleineren Objekten können mehrere Gutachten am Tag durchgeführt werden.
Die Betreuung und den Schutz für die über 258.000 gemeldeten Bürgerinnen und Bürger in Gelsenkirchen übernahmen 302 Feuerwehrbeamte und Auszubildende 2013. Das sind 20 Personen mehr als im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Technischen Beschäftigten und der Verwaltungsmitglieder blieb gleich. Hinzukommen weitere 230 Personen der Freiwilligen Feuerwehr und 140 Personen der Jugendfeuerwehr. Die Verteilung der Wachen und Löschzüge im Stadtgebiet Gelsenkirchen stellt eine flächendeckende sofortige Einsatzfähigkeit sicher. Ende 2014 soll in Heßler der Neubau der Rettungswache 9 beginnen. Die momentan aus Containern bestehende Dienststelle unterstützt bereits die Sicherstellung kurzer Einsatzwege.
Die Freiwillige Feuerwehr und auch die Jugendfeuerwehr lebt vom Einsatz und Engagement der Gelsenkirchener Bürger. „Die Freiwillige Feuerwehr ist das Rückgrat des Brandschutzes“, betont Axinger, der selbst 1981 in der Freiwilligen Feuerwehr anfing und seit über 20 Jahren bei der Feuerwehr Gelsenkirchen ist. Daher liegt es ihm auch am Herzen weiterhin interessierten Nachwuchs für die Freiwillige Feuerwehr zu gewinnen. Auch die Zahl der Feuerwehrfrauen und –männer der Berufsfeuerwehr soll weiter wachsen, doch geeignetes Personal zu finden sei nicht immer einfach. Ein Hauptschulabschluss und eine handwerkliche Ausbildung legen den Grundstein für eine Bewerbung bei der Feuerwehr. Doch für das komplexe Berufsbild mit seinen vielfältigen Schnittstellen zu Sanitätern, Mechatronikern, Psychologen und Brandmeistern wird unter anderem auch eine sehr gute Fitness und Rechtschreibung benötigt. „Die Einsätze bleiben zwar von der Zahl her ungefähr gleich, aber steigen vom Anspruch. Daher werden immer gezieltere Ausbildungen benötigt, um auch mit dem aktuellsten Equipment umgehen zu können“; erklärt der studierte Diplom-Chemiker.
Wer sich für Berufe bei der Feuerwehr oder eine Mitarbeit bei der Freiwilligen Feuerwehr interessiert, kann sich bei Klaus Jacob unter 1704-227 beziehungsweise Ralf Dörr unter 1704-223 informieren. Oder im Netz unter http://www.gelsenkirchen.de/de/rathaus/feuerwehr
Redaktioneller Hinweis: Foto Branddirektor Michael Axinger.