05. August 2014, 10:53 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Das von dem Sturm „Ela“ aus dem Stadtgarten vertriebene Festival „SommerSound 2014“ endet am kommenden Sonntag, 10. August, auf dem Platz vor der Vorburg von Schloss Horst an der Turfstraße 21. Wie immer umsonst und draußen.
Während der Biergarten bereits um 18 Uhr öffnet, stehen „Kapelsky & Marina!“ um 19.30 Uhr sowie „The Royal Squeeze Box“ um 20.45 Uhr auf der Bühne.
Das Trio „Kapelsky“ plus der moldawischen Sängerin Marina Frenk zeichnet sich durch besondere Rücksichtslosigkeit im Umgang mit Vorlagen aus. Da wird Miles Davies in den Orient geschickt und Britney Spears auf den Balkan. Zarathustra spricht nicht mehr, sondern tanzt Polka. Seit 2004 spielt das Trio in der jetzigen Besetzung, deren Instrumentierung an die Manoushkapellen erinnert. Aber diese Geigen-Contrabass-Combo wandelt nicht nur auf den Spuren eines Gypsy-Swing a la Django Reinhard und Stephane Grapelli. Die drei mischen Osteuropa musikalisch gekonnt auf. Manchmal hört man Gypsy Swing oder Klezmer, aber immer lenkt die augenzwinkernde Ironie der Kapelskys die Erwartungen der Zuhörer in neue Bahnen. — Mit der moldawischen Sängerin und Schauspielerin Marina Frenk, die auf Russisch und in Romanes singt, kommt noch eine Portion russischer Roots dazu. Ihr frecher, aber auch zärtlicher Gesang bringt belebende Facetten in ein ohnehin schon gut eingespieltes Trio. Ein erfrischender Hörgenuss und dank der witzigen Performance auch ein Spaß fürs Auge.
Ein Akkordeon ersetzt bei „The Royal Squeeze Box“ eine komplette Rockband (in diesem Fall: Queen) inklusive Orchester. Zwei Stimmen plus jenes Akkordeons lassen Stadionikone Freddie Mercury nebst Band, Orchester und Chor keine drei Meter vom Publikum entfernt wiederaufleben. „The Royal Squeeze Box“ (Die königliche Quetschkommode) ist spezialisiert auf die Songs von Queen und Mr. Mercury. Mit solidem musikalischen Können, viel Energie und Spielfreude und nicht zuletzt einer gehörigen Portion Chuzpe bringen Roman D. Metzner und Aaron Perry die groß angelegten Gefühle von Stücken wie „We are the champions“, „Bohemian Rapsody“ oder „Living on my own“ auf die Straße. Wo auch immer sie auftreten – in kürzester Zeit scharen sich viele Zuhörer um sie, das Gefühl macht die Runde, ganz nah dran zu sein an richtig echten Künstlern, die es ernst meinen mit der guten Unterhaltung und dabei selbst auch so offensichtlich Spaß an ihrer eigenen Freude haben. „The Royal Squeeze Box“ macht eine große Show auf kleinstem Raum: Stadion-Rock als Straßenmusik, ein wunderbarer Spagat zwischen Größenwahn und Comedy.