02. September 2014, 11:06 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Bei der Zwischenbilanz des Modellvorhabens „Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor“ konnten nicht nur Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Dr. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, jetzt eine positive Zwischenbilanz ziehen. Auch die Stadt Gelsenkirchen hat in ihrem Bereich deutlich positive Veränderungen verzeichnen können.
So verfügt die Stadt Gelsenkirchen bereits seit Jahren über eine weitgehend vollständige Präventionskette und setzt bundesweit Benchmarks bei Hilfen zur Erziehung im Vergleich mittlerer Großstädte. Dadurch konnte zum Beispiel die Quote von Inobhutnahmen zwischen 2007 und 2013 um 19 Prozent gesenkt werden.
Gelsenkirchen ist quantitativ und qualitativ bei Angeboten mit vorbeugendem Charakter hervorragend aufgestellt. Die 78 erhobenen Gelsenkirchener Präventionsangebote, die unter Berücksichtigung der Vorgaben des Landes analysiert wurden, zeigen, dass es in Gelsenkirchen eine auf alle Altersgruppen ausgebaute und nachhaltige Präventionsinfrastruktur gibt, die multiprofessionell ausgestaltet ist. Daneben heißt es in einem Bericht der Landesregierung. „Die Präventionsnetzwerke zeichnen sich durch eine hohe Interdisziplinarität und einen hohen Qualitätsstandard aus“.
Das Projekt „Kein Kind zurücklassen“ ist in Gelsenkirchen direkt beim Oberbürgermeister angesiedelt und wird dort verwaltungsübergreifend durch die Koordinatorin Frau Dagmar Eckart organisiert. Frank Baranowski: „Gelsenkirchen ist mit der Umsetzung des Modellprojektes bereits weiter als andere Kommunen. Wir haben schon früh erkannt, dass Vorbeugen besser ist als reparieren. So hat die Stadt zum Beispiel bei der Entwicklung der Ausgaben für Hilfe zur Erziehung und angrenzenden Leistungen die geringsten Ausgaben.“
„Knapp zweieinhalb Jahre nach dem Start des Modellvorhabens können wir sicher sagen: Vorbeugung funktioniert“, sagte dazu Ministerpräsidentin Kraft. „Mit frühen Hilfen für Familien und einer besseren Vernetzung von Förderangeboten kommen wir unserem Ziel Stück für Stück näher: Kein Kind mehr zurückzulassen!“ Deshalb investieren wir seit unserem Amtsantritt kontinuierlich in Kinder, Bildung und Zukunft – mit dem Ziel, die steigenden Ausgaben für soziale Reparaturkosten zu bremsen und mittelfristig umzudrehen.“
An dem Modellvorhaben „Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor“ nehmen seit März 2012 18 Modellkommunen aus ganz Nordrhein-Westfalen teil. Das Ziel ist es, für alle Kinder die besten Bildungsmöglichkeiten und Voraussetzungen für ein gelingendes Aufwachsen zu schaffen. Zu diesem Zweck sollen in den Städten, Gemeinden und Kreisen sogenannte Präventionsketten aufgebaut werden, um bereits bestehende Angebote für Kinder und Familien besser zu vernetzen und um diejenigen gezielt zu erreichen, die Hilfe brauchen.
Das Modellvorhaben läuft noch bis 2015. Gelsenkirchen ist als Schwerpunktkommune Partner der umfassenden wissenschaftlichen Evaluation, die zum Ende des Vorhabens belegen soll, was eine kommunale Präventionskette bringen kann, für Kinder und Familien und für die öffentlichen Haushalte.
Hintergrund:
„Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor“ ist eine Kooperation der Landesregierung NRW mit der Bertelsmann Stiftung.18 Kommunen nehmen an dem Modellprojekt teil. Das Ziel: Sogenannte kommunale Präventionsketten aufzubauen. Das heißt, vorhandene Kräfte und Angebote werden gebündelt und Angebote der Bereiche Gesundheit, Bildung, Kinder- und Jugendhilfe und Soziales werden systematisch miteinander verknüpft. Die teilnehmenden Kommunen sind Arnsberg, Bielefeld, Dormagen, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Gelsenkirchen, Gladbeck, Hamm, Kreis Düren, Kreis Unna, Kreis Warendorf, Moers, Mönchengladbach, Münster, Oberhausen, Witten und Wuppertal.
Das Land Nordrhein-Westfalen hat für das Modellvorhaben „Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor“ aktuell Förderungen festgesetzt in Höhe von insgesamt knapp 4,7 Millionen Euro (2012 bis 2015). Hiervon entfallen ca. 1,2 Millionen Euro auf den Projektpartner Bertelsmann Stiftung.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie im Anhang und unter http://www.kein-kind-zuruecklassen.de