25. September 2014, 10:53 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Diese Meldung ist vom 25. September 2014, 10:53 Uhr. Gegebenenfalls sind einzelne Inhalte oder der gesamte Artikel nicht mehr aktuell. Für aktuelle Meldungen der Stadt Gelsenkirchen klicken Sie bitte auf https://www.gelsenkirchen.de/aktuelles
GE. Ich freue mich, Sie in Gelsenkirchen in einem Gebäude begrüßen zu dürfen, dass Stadtumbau geradezu sinnlich erfahrbar macht. Herzlich willkommen im Hans-Sachs-Haus, dieser stadtbildprägenden, gelungenen Verbindung aus Alt und Neu, Geschichte und Gegenwart. Es ist noch nicht lange her, da sahen viele schon das Haus in Schutt und Asche liegen. Heute ist es ein viel beachtetes Beispiel für ein gelungenes Stück Stadtumbau.
Und wenn Sie schon jetzt den Eindruck haben, dass da jemand mächtig stolz auf das Erreichte ist, dann liegen Sie völlig richtig. Das Erreichte ist aber in Gelsenkirchen doch etwas mehr als nur ein einzelnes Haus. Das hat auch etwas damit zu tun, dass wir Stadtumbau, dass wir Stadterneuerung hier nicht erst seit 10, sondern schon seit 20 Jahren machen. Dafür, dass wir zu den Stadterneuerern der ersten Stunde gehörten, sorgte Michael von der Mühlen. Damals ganz frisch im Amt als Gelsenkirchener Stadtbaurat schob er die Stadterneuerung in Bismarck/Schalke-Nord an. Heute ist Michael von der Mühlen bekanntlich Staatssekretär im Bauministerium von Nordrhein-Westfalen und als solcher sicherlich ein Garant dafür, dass der gerade für die Städte im Ruhrgebiet, aber auch andernorts so wichtige Stadterneuerungsprozess im Land fortgesetzt und weiter unterstützt wird.
Wir haben in diesem Prozess in den letzten Jahren dabei viel erreicht. Aber es bleibt auch noch eine ganze Menge zu tun. Sie haben heute bei Ihrer Exkursion bereits gelungene Beispiele dafür gesehen, wie man Brachflächen reaktiviert, Innenstädte revitalisiert oder Wohnsiedlungen erneuert. Solche Beispiele finden Sie auch in Gelsenkirchen. Und da ein Bild ja bekanntlich mehr als tausend Wort sagt, sehen Sie im Hintergrund ein paar Fotos des Stadtumbaus. Machen Sie sich selbst ein Bild.
Ich verrate Ihnen kein Geheimnis, wenn ich sage: Gelsenkirchen allein hat nicht die Mittel, um die Folgen des Strukturwandels zu bewältigen. Die Stadt hat allein nicht die Möglichkeit, einer geringer werdenden, aber auch bunter und älter werdenden Bürgerschaft eine ihren Bedürfnissen entsprechende Heimat im Quartier zu schaffen oder die Innenstädte zeitgemäß und attraktiv umzubauen. Deshalb bin ich dankbar dafür, dass es solche Programme wie das von Bund und Land getragene Programm Stadtumbau West gibt.
Einen solchen Stellenwert hatte die Stadterneuerung in der Vergangenheit leider nicht bei jeder Landesregierung. Deshalb bin ich sehr froh darüber, dass man das in Düsseldorf nun doch wieder deutlich anders sieht. Aus gutem Grund, denn das Geld, das im Programm Stadtumbau West und ähnlichen Programmen steckt, ist gut angelegt. Dank einer aktiven Bürgerschaft, engagierter Einzelhändler und Hausbesitzer sowie der Stadt verbundener Unternehmer gelingt es, mit öffentlichen Mitteln auch private Investitionen anzuschieben. Ohne diese würde vieles nicht die Wirkung entfalten, die zu einem gelungenen Umbau führt.
Deutlich wird dies an der Revitalisierung der Gelsenkirchener Innenstädte. Hier, im Stadtsüden, sieht man es an der Bahnhofstraße. Es wurde nicht nur für ein einheitliches Erscheinungsbild mit neuen Leuchten und Bänken gesorgt, sondern auch der einen oder anderen Fassade wieder zu neuem, altem Glanz verholfen. Wie zum Beispiel einer vom Bauhaus inspirierten Fassade aus den 1920er Jahren eines Kaufhauses. Sie haben die große Baustelle neben dem Hans-Sachs-Haus bei Ihrer Ankunft gesehen? Hier wird der zentrale Heinrich-König-Platz umgebaut. Mehr Platz zum Flanieren, mehr Platz zum Stadt erleben. Und so rückt auch das Hans-Sachs-Haus noch näher an die Innenstadt heran.
Der aufwändige Umbau einer Straße in der Buerschen Innenstadt im Norden Gelsenkirchens zu einer Kulturmeile rückt das Kunstmuseum, eines der ältesten Kinos des Ruhrgebiets sowie Kunst im öffentlichen Raum in den Blickpunkt. Davon profitieren sowohl der Einzelhandel als auch die Gastronomie.
Noch weiter im Stadtnorden bauen wir gerade an der Gartenstadt der Zukunft, indem wir eine Bergarbeitersiedlung energetisch auf Vordermann bringen. Ein Stück Klimaschutz, dass wir städteübergreifend gemeinsam mit der Nachbarstadt Herten auch in deren Stadtteilen realisieren. Auch für den Stadtteil Schalke haben wir jüngst weitere Gelder bewilligt bekommen, um gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürger diesen sehr dicht bebauten Stadtteil zu erneuern.
Wohnen und Arbeiten auf ehemaligen Brachflächen ist ein weiteres Thema des Stadtumbaus. Da sind zum Beispiel die Flächen der alten Zeche Graf Bismarck oder des Stahlwerks Thyssen Schalker Verein. Das neue Stadtquartier Graf Bismarck am Rhein-Herne-Kanal wächst rasant. Und hier entsteht nicht nur hochwertiges Wohnen, sondern hier entstehen auch attraktive Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten am Wasser. Rund um den Erzbunker des Stahlwerks auf dem ehemaligen Schalker Verein, auf dem übrigens eine riesige Solaranlage steht, ist ein Areal entstanden, das innenstadtnah gelegen schon erste Investoren gelockt hat.
Meine Damen und Herren, ich will sie nicht zuschütten mit tausend Projektbeispielen aus Gelsenkirchen. – Aber ein Beispiel möchte ich doch noch nennen: Es ist die vielleicht größte Herausforderung vor der wir stehen, obwohl auch hier erste Schritte gegangen sind: Die Wiederbelebung des einstigen Prachtboulevards Bochumer Straße, an der auch die backsteinexpressionistische Heilig-Kreuz-Kirche liegt. Hier hat die Stadt bereits Häuser aufgekauft, um an ihrer Stelle eine Kindertagesstätte zu errichten. Und hier soll nicht nur das neue Justizzentrum der Stadt entstehen, sondern auch ein Kreativquartier für junge, experimentierfreudige Künstlerinnen und Künstler.
Ich könnte die Reihe noch fortsetzen. Aber ich sagte ja, es ist das letzte Beispiel. Aber eine Bitte habe ich noch. Sie haben heute Abend im Anschluss an den wohlverdienten Imbiss noch die Gelegenheit, sich durch das Hans-Sachs-Haus führen zu lassen. Sie sollten diese Gelegenheit nutzen. Es lohnt sich, das kann ich Ihnen versprechen, verbunden mit einem herzlichen
Glück auf!