02. Oktober 2014, 14:17 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Die Oktober-Hauptreihe des Kommunalen Kinos (KoKi) Gelsenkirchen widmet sich dem Zusammenprall von Kulturen (Deutsch für „Culture Clash“) und stellt vier sehenswerte Filme vor, in denen gesellschaftliche Eigenheiten, gegenseitige Vorurteile und ethnische Ressentiments beleuchtet werden. Zwischen hintergründiger Komödie und klugem Drama werfen die Beiträge einen facettenreichen Blick auf die Befindlichkeiten der nuanciert gezeichneten Figuren. Und sie schärfen anhand lebendiger Erzählungen das Bewusstsein für Missstände, werben aber auch dezent für ein kulturelles Miteinander.
Den Auftakt macht am Sonntag/Montag, 5./6. Oktober, der französische Spielfilm „Paris um jeden Preis“. Es folgen „Zwischen Welten“ (14. Oktober), „Madame Mallory und der Duft von Curry“ (19./20. Oktober) und „Monsieur Claude und seine Töchter“ (26./27. Oktober).
Außerdem zeigt das KoKi im Oktober „Words & Pictures“ (7.) als Filmwunsch, die Literaturverfilmung „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“ (12./13.), als weiteren Filmwunsch „Jimmy’s Hall“ (21.) sowie den Autorenfilm „Night Moves“ (28.). Diese Filme laufen alle zu den üblichen Zeiten im Schauburg Filmpalast.
In der Gesamtschule Ückendorf präsentiert das KoKi „Die eiserne Lady“ am 8. Oktober, „Exit Marrakech“ am 15. Oktober, „Hannas Reise“ am 22. Oktober und „Almanya – Willkommen in Deutschland“ am 29. Oktober.
Das Regiedebüt der Schauspielerin Reem Kherici „Paris um jeden Preis“ spielt genussvoll mit kulturellen Klischees, um zwischen spitzzüngigen Dialogen und turbulenter Situationskomik gegenseitige Vorurteile aufs Korn zu nehmen. Offizieller Beitrag zum „ChampsÉlysées Film Festival“ in Paris 2013. — High Heels, schicke Taschen und angesagte Outfits – die seit zwanzig Jahren in Paris lebende Marokkanerin Maya (Reem Kherici) ist eine „Fashionista“ par excellence. Sie arbeitet für ein Haute-Couture-Haus und steht kurz vor dem großen Karrieresprung, denn ihr winkt eine Festanstellung als Designerin. Doch dann fällt bei einer Verkehrskontrolle auf, dass Mayas Visum abgelaufen ist, woraufhin die fesche junge Frau von den französischen Behörden nach Marokko abgeschoben wird. In der alten Heimat fühlt sie sich völlig fremd, und auch das Wiedersehen mit ihrer Familie sorgt eher für Ernüchterung. Maya setzt alles daran, schnellstmöglich nach Paris zurückzukehren – bis sie beginnt, die eigenen Wurzeln neu zu entdecken.
Juliette Binoche und Clive Owen spielen blendend auf in Fred Schepisis leichtfüßig inszenierter, schwungvoller Mischung aus Komödie, Drama und Romanze, „Words & Pictures“, die sich an den klassischen Screwball Comedies („Screwball“ bezeichnet umgangssprachlich eine Person mit eigenartigen Angewohnheiten) orientiert und dabei kluge Fragen nach der Wahrhaftigkeit verschiedener künstlerischer Ausdrucksformen stellt. — Jack (Clive Owen) unterrichtet Literatur an einem Internat in Neuengland und muss dort das Desinteresse der Schülerinnen und Schüler ertragen. Einst war er ein gefeierter Schriftsteller, doch schon seit Jahren hat er kein Wort mehr zu Papier gebracht. Seine Frustration betäubt er mit Alkohol, während er im Kollegium durch zynische Bemerkungen und überzogenes intellektuelles Gehabe für schlechte Stimmung sorgt. Eines Tages tritt die Malerin Dina (Juliette Binoche) den Posten als neue Kunstlehrerin an. In der selbstbewussten, unnahbaren Frau findet Jack eine schlagfertige Gegnerin. Zwischen den beiden entbrennt ein Streit darüber, was den größeren Wert besitzt, die Präzision der Sprache oder die Sinnlichkeit der bildenden Kunst. Als sie die Privatfehde zum Schulprojekt machen, verdeutlicht sich, dass es nicht nur um gegensätzliche Positionen geht, sondern auch um den inneren Kampf zweier Künstlerseelen, die voneinander angezogen werden.
Der Eintritt kostet normal 5 € für eine Vorstellung bzw. 45 € für die 10er-Karte. Schüler/-innen und Student(inn)en sowie GE-Pass-Inhaber/-innen erhalten Ermäßigungen.