08. Oktober 2014, 10:49 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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„Entflechtung Dorfgraben“ heißt das Kanalbauprojekt der Abwassergesellschaft Gelsenkirchen mbH (AGG), das zurzeit im Stadtteil Gelsenkirchen-Buer in mehreren Bauabschnitten durchgeführt wird. Mit der Maßnahme soll erreicht werden, dass Bäche im Projektgebiet von der Kanalisation getrennt werden.
Einige Oberläufe im Einzugsgebiet von Picksmühlenbach und Pawigbach, wie der Dorfgraben, haben keine direkte Verbindung zu den unterhalb liegenden Gewässern, sie fließen in die Mischwasserkanalisation. Eine Machbarkeitsstudie zur angestrebten Entflechtung der Gewässer ergab, dass die Anbindung des Dorfgrabens, der sich südlich der Dillbrinkstraße befindet, an den Picksmühlenbach aufgrund nennenswerter Wassermengen Priorität haben sollte.
Für die Realisierung einer solchen Entflechtung im Bereich Dorfgraben ist vorlaufend ein Abwasserkanal mit der Funktion eines Abwasserhauptsammlers für den Stadtteil Buer zu erstellen. Ausgeführt als Stahlbetonrahmenprofil (Kastenprofil) mit den Abmessungen 2,60 / 2,60 m bzw. 2,40 / 2,80 m führt er künftig das Abwasser der unweit nördlich gelegenen Kläranlage zu.
Von den vorhandenen Leitungen wird eine zukünftig das Reinwasser des Dorfgrabens separat dem Picksmühlenbach zuleiten. Dies führt nicht nur zu einer deutlichen ökologischen Verbesserung, da für das Gewässer wieder eine Durchgängigkeit hergestellt wird, sondern auch zu einer Steigerung des Abflussvermögens in dem Einzugsgebiet. Dadurch wird sich die Entwässerungssituation in der Dillbrinkstraße künftig verbessern.
Mit den Arbeiten wurde bereits im September 2013 begonnen. Sie werden zunächst bis September 2015 andauern. Im Zusammenhang mit der Wiederherstellung der Straßenoberflächen wird dann auch eine Querungshilfe für die Fußgänger im Bereich des Kindergartens erstellt. Ein weiterer Bauabschnitt wird von der AGG bereits vorbereitet, in dem eine Rohrleitung mit dem Durchmesser DN 2000 als Fortführung bis zur Delbrückstraße gebaut werden soll.
Die gesamte Länge des Stahlbetonrahmenprofils beträgt rd. 436 m, wovon bereits rund 250 m verlegt wurden. Der Bodenaushub wird rund 11.600 m³ betragen. Da-neben werden zusätzlich rd. 170 m DN 2000, DN 1800 und DN 500 als Stahlbetonrohre neu verlegt.
Die Investitionskosten für diese Maßnahme belaufen sich auf rd. 4,0 Mio. Euro.