22. Oktober 2014, 12:04 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Die Arbeit des Netzwerkes „Gemeinsam gegen MRSA“ hat in Gelsenkirchen zu einem großen Erfolg geführt.
Durch die umfangreichen Maßnahmen des Netzwerkes konnte die Übertragungsrate von MRSA-Keimen (Nosokomiale Infektion) in den Krankenhäusern gesenkt werden. Das bedeutet, dass in allen Gelsenkirchener Krankenhäusern sehr verantwortungsbewusst und sehr erfolgreich mit dem Problemkeim umgegangen wird.
Dadurch und durch die umfangreiche Arbeit des Netzwerkes auch bezogen auf die Pflegeheime hat sich die Sicherheit im Umgang mit den resistenten Keimen sowohl in den Krankenhäusern als auch in den Pflegeheimen erhöht. Durch die hervorragende Mitarbeit der niedergelassenen Ärzteschaft werden die Sanierungstherapien, die in den Krankenhäusern begonnen werden, zu Ende geführt.
Die MRSA-Rate konnte auf 1,5 Prozent gesenkt werden.
Infektionen in Krankenhäusern mit multiresistenten Keimen sorgen immer wieder für Aufregung und Schlagzeilen. Bei den multiresistenten Keimen (MRE) handelt es sich um Krankheitserreger, die gegen viele der gängigen Antibiotika resistent sind.
Hierzu gehören auch Methicillin-resistente Stämme von Staphylococcus aureus (MRSA). MRSA sind weltweit verbreitet. Sie besitzen eine große Bedeutung als Verursacher von Krankenhausinfektionen (nosokomialen Infektionen). Bei bestimmten Patienten mit Risikofaktoren (z. B. offenen Wunden, chronische Erkrankungen) können die MRSA während eines Krankenhausaufenthaltes oder in einer Pflegeeinrichtung schwere Infektionen verursachen. Gesunde Menschen können ohne Krankheitssymptome mit MRSA besiedelt sein (Träger).
In Gelsenkirchen wurde auf Initiative des Referates Gesundheit der Stadt Gelsenkirchen das Netzwerk „GEmeinsam gegen MRSA“ im Jahr 2009 ins Leben gerufen. Das Netzwerk setzt sich zusammen aus Vertretern aller Gelsenkirchener Krankenhäusern, der Ärztekammer Westfalen Lippe, der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, der ambulanten und stationären Pflegedienste, der Rettungsdienste und Krankentransportunternehmen sowie des Hygiene-Institutes. Das Netzwerk trifft sich regelmäßig ca. alle drei Monate.
Als erste Aktion wurde im September 2009 vier Wochen lang bei allen neu aufgenommenen Patientinnen und Patienten auf freiwilliger Basis Proben aus dem Nasen-Rachenraum entnommen und untersucht, um den Trägerstatus mit MRSA-Keimen festzustellen (sogenannte Prävalenzstudie). Die Kosten für diese Untersuchung wurden durch die Gelsenkirchener Krankenhäuser übernommen.
Die Auswertung der Prävalenzstudie zeigte, dass 2,5 Prozent aller untersuchter Patientinnen und Patienten MRSA-positiv war (MRSA-Rate). Ebenso war festzustellen, dass ca. ein Viertel aller MRSA-positiven Patientinnen und Patienten keinen Risikofaktor gemäß den RKI-Richtlinien hatten. Das bedeutet, dass bei einem Aufnahmescreening nur nach den RKI-Risikofaktoren ca. ein Viertel der möglichen MRSA-positiven Patientinnen und Patienten nicht erkannt ins Krankenhaus aufgenommen werden würden. Dadurch wird das Risiko der unerkannten Weiterverbreitung von MRSA im Krankenhaus erhöht.
Aufgrund der Ergebnisse aus diesem Prävalenzscreening haben sich alle Gelsenkirchener Krankenhäuser dann dazu entschlossen, ab dem 1. April 2011 ein generelles Eingangsscreening durchzuführen. Das bedeutet, dass bis auf wenige Ausnahmen, alle neu aufgenommenen Patientinnen/Patienten in allen Gelsenkirchener Krankenhäusern bei der Aufnahme oder spätestens innerhalb von 24 Stunden nach der Aufnahme, auf die Besiedlung mit MRSA durch einen Nasen-Rachenabstrich auf freiwilliger Basis untersucht werden. Damit haben die Krankenhäuser die Möglichkeit, so früh wie möglich MRSA positive Patienten zu isolieren und zu sanieren. Bei der Entlassung bekommen alle MRSA positiv getesteten Patienten eine entsprechende Information für den Hausarzt oder für die Pflegeeinrichtung mit, um zu gewährleisten, dass eine begonnene Sanierungstherapie zu Ende geführt wird.
Die Kosten des generellen Eingangsscreenings tragen die Krankenhäuser.
Es wurden Hygienestandards für die Gelsenkirchener Krankenhäuser erarbeitet, die von allen Krankenhäusern akzeptiert worden sind.
Für die stationären Pflegeeinrichtungen wurden im Netzwerk ebenfalls Hygienestandards entwickelt, die akzeptiert worden sind. Diese im Netzwerk festgelegten Mindesthygienestandards in Krankenhäusern und Pflegeheimen orientieren sich an den Empfehlungen zur Prävention und Kontrolle von MRSA in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen des RKI und der KRINKO. Es handelt sich dabei um Mindesthygienestandards, die im Netzwerk verbindlich sind. Es bleibt den Netzwerkteilnehmern unbenommen, über diese Mindeststandards hinausgehende Richtlinien zu treffen. Die Regelung ist hier unter anderem, wie mit MRSA-besiedelten Patienten umzugehen ist, wie z. B. die Dauer der Schutzmaßnahmen, Durchführung der Sanierungstherapie und patientenorientierte Maßnahmen, wie Isolierung und Hygienemaßnahmen. Auch der Umgang mit Besuchern ist dort geregelt.
Ebenso finden regelmäßige Schulungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowohl der Krankenhäuser, der stationären Pflegeeinrichtungen, als auch der Rettungsdienste statt.