22. Oktober 2014, 12:12 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Ich begrüße Sie alle ganz herzlich in Gelsenkirchen, in unserem immer noch recht neuen Hans-Sachs-Haus, das seit gut einem Jahr wieder unser Bürger-, Veranstaltungs- und Rathaus ist. Und das möglicherweise viele von Ihnen, die nicht aus Gelsenkirchen, sondern aus unseren Nachbarstädten kommen, seitdem noch nicht kennengelernt haben. Bis vor wenigen Jahren stand hier das alte Hans-Sachs-Haus aus den 1920er-Jahren, eine Ikone des Backstein-Expressionismus, das leider baufällig wurde. Wir haben uns dann dafür entschieden, in einem schwierigen Abwägungsprozess, die Fassade zu erhalten und hinter den alten Mauern ein ganz neues Haus zu errichten. Wobei das neue Haus zusätzlich eine Glasfassade erhalten hat, die für Offenheit und Transparenz sorgt.
Wir haben damit einen, wie ich finde, sehr stimmigen Rahmen für das heutige Bildungsforum Ruhr: Wir diskutieren in einem Haus, das für Erneuerung steht – weil hier hinter alten Wänden etwas Neues und Zukunftsweisendes entstanden ist. Und wir haben die Kinderbetreuung ganz nahe an den Tagungsort herangeholt, weil unmittelbar vor dem Haus unsere mobile Kita steht, in der kürzlich zugewanderte Kinder betreut werden, die noch keinen Platz in einer stationären Kita haben. So laufen wir nicht Gefahr, bei der heutigen Diskussion das Thema aus den Augen zu verlieren – die Arbeit für und mit Kindern, für eine gute Betreuung, bei der Bildungselemente von Anfang an eine zentrale Rolle spielen!
Vision und Praxis frühkindlicher Bildung: So heißt es nun im Programm des heutigen Bildungsforums. Ich finde, ein bisschen präziser, dafür etwas weniger griffig, könnte man auch sagen: Von der etablierten Praxis zur immer besseren Praxis. Denn zu Beginn des Jahrhunderts, rund um das Jahr 2000, da war frühkindliche Bildung in der Tat noch ausgesprochen visionär. Seitdem aber hat sich unheimlich viel getan. Frühkindliche Bildung ist zum Alltag geworden – und die Kommunen zum maßgeblichen Akteur der Bildungspolitik.
Alle Städte haben sich seitdem des Themas „Frühe Bildung“ angenommen. Und da ich nun einmal aus Gelsenkirchener Perspektive die Dinge betrachte, muss ich für uns sagen: In unserer Stadt haben wir uns nach meiner Wahrnehmung besonders intensiv und ehrgeizig dem Aufbau von Strukturen frühkindlicher Bildung gewidmet. Wir haben eine enorme Fülle an Maßnahmen entwickelt und umgesetzt, wir haben zahlreiche Familienbildungsangebote in die Viertel, nahe an die Wohnungen der jungen Familien gebracht und viele Eltern als Partner gewonnen, die mit ihren Kindern von unserer lückenlosen Präventionskette profitieren.
Von dem, was Vision war, ist ein gutes Stück Realität geworden. Aber wir wissen auch, dass eine solche Aufgabe nicht so bald an ihr Ende gelangt, sondern dass wir immer noch etwas besser machen können. Darum sind wir als Stadt Gelsenkirchen Modellkommune im Landesprojekt „Kein Kind zurücklassen!“: Weil wir unsere Arbeit im Vergleich zu anderen prüfen und verbessern wollen. Und natürlich suchen wir als Stadt mitten im Ruhrgebiet auch die Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn – das kann gar nicht anders sein, schließlich haben wir alle ähnliche Voraussetzungen, Problemlagen und Chancen! Auch im Bereich der frühkindlichen Bildung sollten wir zusammenarbeiten, uns gegenseitig unterstützen und voneinander lernen. Das heutige Forum wird uns da sicher viele Anknüpfungspunkte liefern – darum freue ich mich, dass Sie mit dabei sind. Ich wünschen Ihnen und uns allen einen erkenntnisreichen Tag! Glück auf!