24. Oktober 2014, 11:17 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Rund 200 Bürgerinnen und Bürger wählten gestern den Gebietsbeirat für die Stadtteile Westerholt, Bertlich und Gelsenkirchen-Hassel. Die Glück-Auf-Werkstatt in Bertlich war bis auf den letzten Platz gefüllt. 32 Kandidatinnen und Kandidaten hatten sich vorab gemeldet. Nachnominiert wurde der Hertener Deniz Keskin. Sie alle wollen in Zukunft – gemeinsam mit Vertretern der Politik –im Beirat über die Verwendung von Geldern und Umsetzung von Projekten mitbestimmen. Für jede Stadt standen sieben Plätze zur Verfügung.
„Meinen aufrichtigen Respekt an alle, die hier sind und sich beteiligen wollen“, begrüßte Bürgermeister Dr. Uli Paetzel die Gäste. Er lobte den Willen der Ratspolitiker, die sich vorab zur Einrichtung des Gebietsbeirats entschlossen hatten. „Die Kirchtürme wollen wir da lassen wo sie hingehören“, appellierte Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski. Auf die langjährige und erfolgreiche interkommunale Kooperation der Nachbarstädte könne man stolz sein. An die Kandidatinnen und Kandidaten gerichtet: „Sie haben eine verantwortungsvolle Aufgabe, die erfahrungsgemäß auch sehr verantwortungsbewusst wahrgenommen wird!“
33 Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich vor
Nachdem über bereits umgesetzte und geplante Projekte in den Stadtteilen berichtet wurde, stellten sich die Kandidatinnen und Kandidaten kurz vor. Viele engagieren sich bereits ehrenamtlich, sind als Nachbarschaftsstifter, in der Kirche, im Sportverein oder der Werbegemeinschaft aktiv. Nachnominiert wurde der Hertener Deniz Keskin. Den Geschäftsführer vom Fußballverein Türkiyem schlug Renate Nöbe vor, die fand, dass „Mitbürger mit Migrationshintergrund aus unserer Mitte“ auf der Liste fehlten.
Sieben Stimmen für jeden Wähler
Dann ging es an die Wahlurnen. Wer sich am Eingang registriert hatte, bekam eine Pappkarte in grün für Herten oder für Gelsenkirchen in blau. An zwei getrennten Wahlbereichen tauschte man dieses Kärtchen gegen sieben Klebepunkte ein. In der Kabine fand man sich vor einer Wand mit einer Wahlliste, bestückt mit Namen und Polaroid-Fotos wieder. Die Klebepunkte konnte man nun einzeln oder auch komplett an seine Wunschkandidaten verteilen.
14 feste Plätze und 14 Plätze für Stellvertreter
Da etwas mehr Hertenerinnen und Hertener anwesend waren, zählt das Team des Stadtteilbüros hier etwas länger, als auf der Gelsenkirchener Seite. Um 21.30 Uhr standen die Mitglieder des Gremiums fest. Gewählt wurden je Stadt die sieben Personen mit den meisten Punkten. Die folgenden sieben Personen konnten sich automatisch über die Position des Stellvertreters freuen. In einem Fall gab es auf Hertener Seite Stimmgleichheit. Deniz Keskin und Klaus Bonzek hatten gleich viele Stimme erhalten – Bonzek ließ Keskin den Vortritt. So konnte auf die Auslosung des Platzes verzichtet werden.
Dirk Ruß, Projektleiter des Stadtteilbüros, versprach, dass auch die Stellvertreter zu allen Sitzungen eingeladen werden – das sei erklärter Wunsch gewesen. Stimmrecht haben diese dann nicht, könnten aber mitdiskutieren. Abschließend bedankte sich der Hertener Stadtbaurat Volker Linder für „den Mut, sich hier zur Wahl zu stellen“ und somit eine verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen!
Gewählte Mitglieder Gebietsbeirat Hassel-Westerholt-Bertlich
Gordon Dzikowski Herten-Bertlich
Thorsten Hilbig Herten-Bertlich
Bodo Ladwig Herten-Bertlich
Hermann Kuhl Herten-Westerholt
Anne Schindler Herten-Westerholt
Werner Schnieders Herten-Westerholt
Deniz Keskin Herten-Westerholt
Klaus Bonzek Herten-Bertlich (Stellvertreter)
Heinrich Koch Herten-Bertlich (Stellvertreter)
Lieselotte Kowalski Herten-Bertlich (Stellvertreter)
Werner Schäfer Herten-Bertlich (Stellvertreter)
Holger Lorenzen Herten-Westerholt (Stellvertreter)
Detlev Ludorf Herten-Westerholt (Stellvertreter)
Romuald Sarholz Herten-Westerholt (Stellvertreter)
Egon Kopatz Gelsenkirchen-Hassel
Michaela Lukas Gelsenkirchen-Hassel
Luisa Mirbach Gelsenkirchen-Hassel
Bruno Piotrowski Gelsenkirchen-Hassel
Kira Schmidt Gelsenkirchen-Hassel
Timo Schultz Gelsenkirchen-Hassel
Andrea Weichert Gelsenkirchen-Hassel
Dietmar Fründt Gelsenkirchen-Hassel (Stellvertreter)
Doris Kortmann Gelsenkirchen-Hassel (Stellvertreter)
Gudrun Leh Gelsenkirchen-Hassel (Stellvertreter)
Dominic Schneider Gelsenkirchen-Hassel (Stellvertreter)
Wolfgang Steffen Gelsenkirchen-Hassel (Stellvertreter)
Ronald Wetklo Gelsenkirchen-Hassel (Stellvertreter)
Mikail Zopi Gelsenkirchen-Hassel (Stellvertreter)
Hintergrund:
Seit Anfang 2014 arbeiten die Städte Gelsenkirchen und Herten in einem interkommunalen Projekt zusammen, um den Gelsenkirchener Stadtteil Hassel und die Hertener Stadtteile Westerholt und Bertlich gemeinsam aufzuwerten. Alle Fäden laufen dabei im Stadtteilbüro auf der ehemaligen Zeche Westerholt zusammen. Das Stadtteilmanagement befasst sich schwerpunktmäßig mit den Themen „Planen und Bauen“, „Lokale Ökonomie“ sowie „Bildung und Soziales“. Dabei bildet das „Interkommunale Integrierte Handlungskonzept“ und ein Kooperationsvertrag der Städte Gelsenkirchen und Herten die Grundlage für die Arbeit des sechsköpfigen Teams. Das Stadtteilbüro dient auch als Anlaufstelle für alle Bürger, die Fragen und Anregungen zur Umgestaltung der Stadtteile haben. Das Erneuerungsprogramm soll bis zum Ende des Jahres 2018 laufen. Für diesen Zeitraum sind Städtebau-Fördermittel in Höhe von insgesamt rund 20 Millionen von Bund, Land und Kommune beantragt.
Der interkommunale Gebietsbeirat gestaltet die Entwicklung der Stadtteile aktiv mit. Jeweils sieben Bürgerinnen und Bürger aus Gelsenkirchen und Herten sowie deren Stellvertreter für den Gebietsbeirat wurden gewählt. Neben Politikerinnen und Politikern der beiden Städte stellen die Bürgerinnen und Bürger die Mehrheit des Gremiums. Sie entscheiden künftig – für die Dauer von zwei Jahren - unter anderem über die Vergabe von Projektmitteln für bürgerschaftliche Projekte. Weitere Infos finden Interessierte unter www.stadterneuerung-hwb.de.