21. August 2017, 11:12 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Die Stadt Gelsenkirchen (Referat Erziehung und Bildung) führt aktuell wieder in den letzten zwei Wochen der Sommerferien Sprachcamps für Grundschulkinder aus Zuwandererfamilien durch. 165 Kinder aus 25 Gelsenkirchener Grundschulen und 27 Nationen nehmen daran teil.
Beim großen Finale wird Stadträtin Annette Berg alle Kinder und teilnehmende Eltern offiziell aus dem Sprachcamp 2017 verabschieden und ihnen ihre Zertifikate überreichen. Die Abschlussveranstaltung findet statt am
Samstag, 26. August 2017, 14 bis 16.30 Uhr
im Zirkus auf dem Schulgelände Gecksheide,
Gecksheide 153, 45897 Gelsenkirchen.
Die Veranstaltung ist für die Bildberichterstattung geeignet.
Ab 14 Uhr verzaubert die Zirkusvorstellung „Auf der Suche nach Atlantis“ alle Kinder und Eltern. Danach erfolgt das große Finale und die Verabschiedung der 165 Kinder aus dem Sprachcamp durch Frau Berg (16 Uhr). Zum Ausklang gibt es Popcorn und leckere Getränke von der Saftbar.
Sprachcamps für Grundschulkinder mit Zuwanderungshintergrund haben mittlerweile eine langjährige Tradition in Gelsenkirchen und sind immer noch ein begehrtes und beliebtes Ferienförderangebot, das die Grundschulen als solches schätzen und die Eltern für ihre Kinder nutzen. Mehr als 2000 Kinder haben bisher von diesem Angebot des Referates Erziehung und Bildung profitiert.
Seit Montag, 14. August, besuchen die 165 Gelsenkirchener Grundschulkinder Sprachcamps an drei unterschiedlichen Standorten: Am Theater Consol geht es mit dem Motto „ drunter, drüber, drauf - märchenhaft durchs Sprachcamp“. Auf dem Ziegenmichelhof ist wieder „der Igel los“, der sich auf eine abenteuerliche Reise begibt. Im Norden am Schulstandort Gecksheide suchen die Kinder circensisch nach „Atlantis“. Diese Projektarbeit wird täglich kombiniert mit einem zweistündigen systematischen Sprachunterricht, der auf dem Konzept von Prof. Dr. Heidi Rösch basiert, einer renommierten Sprachdidaktikerin für Deutsch als Zweitsprache.
Auf diese Weise werden die teilnehmenden Drittklässer sprachlich fit gehalten für den Schulanfang nach den Sommerferien.
Die Entstehung des Sprachcamps knüpft an die Literatur zur Kompetenzentwicklung von Schülerinnen und Schülern in unterrichtsfreien Zeiten an, die unter dem Stichwort „Summer Learning“ in den USA bekannt geworden ist. Zahlreiche Studien haben belegt, dass bei Kindern über die Ferien Lernverluste zu beobachten sind, die in Abhängigkeit von der sozialen Herkunft unterschiedlich ausgeprägt sein können.
Lernverluste in der Sprache werden auch bei Kindern mit Zuwanderungshintergrund beobachtet: Wenn das Schuljahr endet, gibt es Zeugnisse und dann beginnen die Sommerferien. Viele Kinder verreisen mit ihren Eltern. Kinder mit Zuwanderungsgeschichte fahren mit ihren Eltern meist in ihre Heimatländer und besuchen ihre Familien. Dann tritt die deutsche Sprache in den Hintergrund. Das trifft genauso auf die Kinder zu, die zuhause bleiben. So oder so, die Kinder werden hauptsächlich in ihrer Muttersprache kommunizieren.
Genau hier setzt das pädagogische Konzept des Sprachcamps an: Der Ferieneffekt wird nicht nur kompensiert, die Kenntnisse in der deutschen Sprache werden erweitert und auch die sozialen Kompetenzen im Camp-Alltag geschult.
Die gute Mischung aus Spiel und Spaß einerseits und Anstrengung und Lernen andererseits ist der Garant dafür. Die Kinder zeigen sich stets ehrgeizig und begeistert. Lerneinheiten, Spielangebote in den Pausen und Projektarbeit greifen nahtlos und thematisch ineinander – und das an ansprechenden Orten mit einem durch Rituale klar strukturierten Tagesablauf.
Woran sich das festmachen lässt? „Ganz einfach“, erläutert Iris Schappert, die verantwortliche Organisatorin: „Die Teilnahme ist freiwillig und alle Kinder kommen vom ersten bis zum letzten Tag ins Sprachcamp. Das ist jedes Jahr so, eine Erfahrung, die ich seit 2004 mache.“
Auch die Eltern sind eingeladen teilzunehmen. Während der gesamten Zeit organisiert das Kommunale Integrationszentrum ein Begleitprogramm für die Eltern der Kinder, das in diesem Jahr erfreulicherweise wieder einen guten Zuspruch erfährt. Viele Mütter und Väter sind gleich am ersten Tag gekommen.
Das Sprachcamp in Gelsenkirchen hat schon eine gute Tradition und ist bei vielen Eltern von Grundschulkindern mit Zuwanderungsgeschichte zu einem bekannten und begehrten Ferienförderangebot avanciert.