16. Juni 2017, 11:51 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Diese Meldung ist vom 16. Juni 2017, 11:51 Uhr. Gegebenenfalls sind einzelne Inhalte oder der gesamte Artikel nicht mehr aktuell. Für aktuelle Meldungen der Stadt Gelsenkirchen klicken Sie bitte auf https://www.gelsenkirchen.de/aktuelles
GE. Auf Initiative des Arbeitskreises „Kultursensible Gesundheitsförderung der PSAG (Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft Gelsenkirchen) findet kommende Woche eine Fachtagung zum Thema „Flucht und Trauma – Mut zum Helfen und Handeln“ statt. Es handelt sich um eine Basisveranstaltung für professionell und ehrenamtlich Helfende ohne (trauma-)therapeutische Qualifikation.
Veranstalter ist die PSAG gemeinsam mit der Stadt Gelsenkirchen (Referat Zuwanderung und Integration) in Kooperation mit „Der Paritätische – Selbsthilfe-Kontaktstelle Gelsenkirchen“, der städtischen Gleichstellungsstelle, dem Evangelischen Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid sowie dem Präventionsrat Gelsenkirchen.
Die Ausstellung „Kinderträume“ des Kunstprojektes aus der Arbeit mit 10 syrischen Jugendlichen der „Paritätischen Flüchtlings- und Migrantenberatung“ wird dem Fachtag einen besonderen Rahmen geben.
Wie ist die aktuelle Situation?
In den letzten Monaten und Jahren sind viele Menschen aus unsicheren, von Kriegen und Krisen betroffenen Ländern ins Ruhrgebiet gekommen. Männer, Frauen und Kinder mussten mit erschütternden Erlebnissen zurechtkommen, die jenseits der Vorstellungskraft der meisten von uns liegen. Das hilflose Erleben von Trennung, Gewalt, Verlust von Haus und Heimat, Todesangst, Vergewaltigung und Ausbeutung, das Sterben von Angehörigen, Freunden und Freundinnen haben körperliche und seelische Wunden hinterlassen.
Viele Menschen – Ehrenamtliche und Professionelle – haben es zu „ihrer“ Sache gemacht, diesen und anderen traumatisierten Frauen und Männern zu helfen - manchmal bis zur Grenze der eigenen Belastbarkeit oder darüber hinaus.
Sie haben enorm viel Wissen, Engagement, Lebens- und Berufserfahrung, Lebensfreude und Optimismus in die psychosoziale Versorgungslandschaft eingebracht und einfach die Ärmel aufgekrempelt, als es nötig war.
Wen möchte die Fachtagung ansprechen?
Oft fragen diese Helferinnen und Helfer sich, ob es denn „reicht“, was sie den meist schwer belasteten Zuwanderern anbieten können. Ist es „genug“, was sie wissen oder „zu viel“, was sie erwarten?
Als der AK „Kultursensible Gesundheitsförderung“ der PSAG (Psychosozioale Arbeitsgemeinschaft Gelsenkirchen) über diese Situation nachdachte, wurde schnell klar, dass es auch die Helfenden sind, die dringend qualifizierte Unterstützung und gutes Rüstzeug benötigen.
Was soll die Fachtagung erreichen?
Genau diese Engagierten sollen gestärkt werden, damit sie sicherer, informierter und zufriedener im Umgang mit traumatisierten Zuwanderern werden. Neben der individuellen Stärkung wird in Gelsenkirchen aber auch eine organisatorische, trägerübergreifende gegenseitige Unterstützung benötigt.
Die Fachtagung startet mit einem Grußwort von Oberbürgermeister Frank Baranowski am:
Mittwoch, 21. Juni 2017, 9 Uhr,
Kulturraum „die flora“,
Florastraße 26, 45879 Gelsenkirchen.