09. Mai 2017, 12:05 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
StadtLesen aus der Vogelperspektive. Bildrechte: © Innovationswerkstatt
GE. Gelsenkirchen erwartet hohen Besuch – bücherturmhohen Besuch. Mehr als 3 000 Bücher bringt das Leseförderprojekt StadtLesen von Donnerstag, 18. Mai, bis Sonntag, 21. Mai, auf den Heinrich-König-Platz nach Gelsenkirchen. Zum Lesen und Lauschen, Vertiefen und Verweilen, Reden und Relaxen lädt StadtLesen die Besucher ein - mit gemütlichen Lesemöbeln, einem Readers Corner für Lesungen, Kommunikationswürfeln und Büchern.
Am Donnerstag zur Eröffnung um 19 Uhr liest Schauspieler Peter Lohmeyer als Bibliophiles Highlight in der Autobiografie Friedrich Christian Delius‘ über den Sonntag, als Deutschland 1954 den Fußballweltmeistertitel feierte. Er gibt Passagen zum Besten aus: „Am Sonntag an dem ich Weltmeister wurde.“
In Gelsenkirchen verbreitet Initiator Sebastian Mettler mit seiner Innovationswerkstatt von Donnerstag bis Sonntag für vier Tage Lesegenuss unter freiem Himmel, bei freiem Eintritt.
Unter 225 nominierten Städten ist Gelsenkirchen StadtLesenStadt 2017. Der Heinrich-König-Platz erstrahlt im neuen Glanz. StadtLesen verwandelt ihn in ein großes Lesewohnzimmer mit mehr als 100 Möglichkeiten, es sich gemütlich zu machen in Leselunza, Hängematten, Hocker und Stühlen.
Sebastian Mettler, Initiator des Leseförderprojekts, behandelt mit seiner Innovationswerkstatt mit StadtLesen die Entphantasierung der Gesellschaft: „Wir haben mit dem Leseförderprojekt eine Therapie gegen die Entphantasierung der Gesellschaft geschaffen: Lesend eine neue Welt im Kopf erleben.“
Nicht nur in Gelsenkirchen therapiert Mettler die Besucher von StadtLesen. Seit neun Jahren tourt das Leseförderprojekt durch Mitteleuropa. Das begeistert die österreichische UNESCO-Kommission. Sie übernimmt die Schirmherrschaft. Der österreichische Bundespräsident Dr. Alexander van der Bellen adelt StadtLesen: „Bücher sind Teil unserer Kultur, Lesen bedeutet Entspannung und Freude, aber auch die Möglichkeit, inne zu halten und nachzudenken. Bücher können die ganze Welt eröffnen, neue Perspektiven vermitteln, die Phantasie erblühen lassen.“
Am Donnerstag um 9 Uhr öffnet sich des großen Lesewohnzimmers Pforte. Für Oberbürgermeister Frank Baranowski passt StadtLesen optimal zu seinen Bemühungen: „Wir wollen das Kulturgut Lesen in unserer vielfältigen Stadt weiter fördern.“
In Gelsenkirchen integriert sich das Lesen bereits gut in den Alltag: „Gelsenkirchen liest immerzu zu Hause auf dem Sofa oder unterwegs in der Straßenbahn, in der Schule oder in einer der Bibliotheken.“
Lust auf Literatur macht nach der Eröffnung das bibliophile Highlight. Peter Lohmeyer, der bekannte Schauspieler, ergreift das Wort und liest aus Friedrich Christian Delius‘ autobiografischer Erzählung: „Am Sonntag an dem ich Weltmeister wurde“. Delius stellt das Sportereignis in den Mittelpunkt, wenn er über das autoritäre Klima seiner Kindheit berichtet und die Zwänge und die Enge der fünfziger Jahre beleuchtet. Dann heißt es schmökern – bis es dunkel wird.
Am Freitag ab 9 Uhr stehen die Bücher in den Büchertürmen im Mittelpunkt. Die einen lesen darin, vertiefen sich. Andere lesen daraus vor, zitieren wertvolle Passagen. Bürger mit Migrationshintergrund tragen selbst verfasste Texte in der Muttersprache vor – Vorhang auf für die Bühne der Völkerverständigung am Integrationslesetag.
Samstags laden die Bücher erneut ein zum grenzenlosen Buchgenuss: Schmökern, Literatur besprechen, Werke und Literaten empfehlen – ab neun Uhr morgens.
Familien freuen sich am Sonntag über Kinder- und Jugendliteratur. Werke für kleine und größere Lesefreunde sind eine fremde Welt in Kinders Köpfen. Schulkinder tauchen alleine ab, Kleine mit ihren Eltern. Sie lauschen den vorgelesenen Geschichten. Den ganzen Tag haben Familien Zeit zum Schmökern. Auch Einzelne sind willkommen im großen Lesewohnzimmer am Familientag.
StadtLesen ist schlicht konzipiert: Hingehen und Abtauchen. Wer das Abenteuer sucht, der fühlt sich mit dem passenden Fantasy-Roman hinein. Den Mord können Hobby-Agenten direkt am Tatort im Kopf aufdecken. Es braucht nur einen guten Krimi auf dem Schoss. In den Büchertürmen wird Jedermann fündig: Leichte Lektüren mischen sich unter schwere Kost und klassische Bestseller. Sebastian Mettler wählt aus seiner Sammlung von 12.514 Büchern aus mehr als 120 Verlagen für die StadtLesen-Tour 2017 circa 3 000 aktuelle Werke aus. „Damit erliest sich jedermann seine eigene Welt“, verspricht er.
Das spektakuläre an StadtLesen: Das Spektakel bleibt aus. So bleibt Zeit zum Lesen.
Das Projekt fördert die gesunde Langeweile, weckt Phantasie, entfacht die oft vergessene Leidenschaft zum gedruckten Buch aufs Neue und bildet die Bevölkerung.
Unter 225 nominierten Städten hat StadtLesen Gelsenkrichen als eine der 25 Lesestädte ausgewählt.
Auf dem Heinrich-König-Platz, wo sich sonst Passanten geschäftig tummeln, türmen sich Bücher. Lesefreunde lieben die hohen Lesetürme, alle anderen lernen sie zu lieben.
Ansprechpartner und operative Leitung vor Ort:
Irma Skenderovic
office@stadtlesen.com
+43 664 4157326
Weitere Informationen:
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