28. April 2017, 11:18 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Die Künstlergruppe „junger westen“ gründete sich 1948 mitten in der Trümmerlandschaft des Ruhrgebiets. Nach dem NS-Regime und dessen rigider Kulturpolitik war die Verbindung zur Moderne abgerissen. Da wollten die Künstler jedoch anknüpfen und gleichzeitig das neue Lebensgefühl und die Industriekultur, in der sie lebten und arbeiteten, in ihren Werken ausdrücken, um so zu einer zeitgemäßen Bildsprache zu finden.
Das Kunstmuseum Gelsenkirchen zeigt Grafiken des „jungen westen“ und lädt Medienvertreter zu einem Pressegespräch ein am:
Donnerstag, 4. Mai 2017 um 11 Uhr,
Kunstmuseum Gelsenkirchen,
Horster Straße 5-7, 45897 Gelsenkirchen.
Hubert Berkes Kreidezeichnung „Bruchstücke eines Traums“ steht exemplarisch für die Suche des „jungen westen“ nach Anknüpfungspunkten in der Vorkriegsmoderne, dem noch nahen Schock des 2. Weltkriegs und der beginnenden Suche nach neuen Ausdrucksformen. Die ganz eigene Formensprache der Künstler tritt dabei auch in den Grafiken deutlich hervor. Emil Schumacher experimentierte in der Zeit des „jungen westen“ mit Stillleben und Industrielandschaften. In seinen Lithographien wird seine Maxime der Erdverbundenheit dabei sehr deutlich.
Thomas Grochowiaks Grafiken zeigen die Spannung zwischen Aktivität und ruhenden Formen, die in Einklang gebracht werden sollen. Heinrich Siepmann interpretiert auch in der Grafik die konstruktivistische Position neu. Währenddessen bleiben die Industrielandschaften als Symbol der neuen Lebenswirklichkeit zentrale Motive im Werk Gustav Deppes. K.O. Götz, der neben dem „jungen westen“ auch COBRA angehörte, setzt sich in seinen Arbeiten vor 1960 noch mit archetypischen, amorphen Figuren auseinander, bevor er später, ähnlich wie Hann Trier und K.R.H. Sonderborg energetisch, gestische Strukturen produziert.
Allen Grafiken der Ausstellung im Grafikkabinett des Museums ist das Spiel mit Abstraktion und Gegenstand sowie die Suche nach einer eigenen Formensprache gemein. Die Grafiken zeigen dabei wie unterschiedlich die künstlerische Praxis der Künstlergruppe und deren Suche nach dem Anschluss an die Moderne oder aber der Neufindung war.
Die Ausstellung ist vom 2. Mai bis 9. Juli zu sehen. Im Rahmenprogramm können die Besucher des Kunstmuseums Gelsenkirchen in öffentlichen Führungen und beim Seniorennachmittag einen tieferen Einblick in die grafischen Gestaltungen des „jungen westen“ erhalten. Bei Workshops zu grafischen Themen, können die Besucher nach eigenen Formfindungen suchen und sich so auf die Spuren des „jungen westen“ begeben. Einen ganz unverbrauchten und neuen Blick auf die Kunst des „jungen westen“ werfen am 9. Juli 2017 junge Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen und eröffnen im Rahmen eines Art-Slam einen überraschenden und frischen Zugang zu den Grafiken aus der Nachkriegszeit.
Die Ausstellung entsteht im Rahmen eines gemeinschaftlichen Ausstellungsprojekts der RuhrKunstMuseen, welches anlässlich des 70. Gründungsjubiläums der Künstlergruppe „junger westen“ (1947-1962) initiiert wurde. Von Februar bis September 2017 widmen der Künstlerbewegung sechs RuhrKunstMuseen Ausstellungen und Veranstaltungen.
Rahmenprogramm zur Ausstellung
Sonntag, 21. Mai 2017, 15 Uhr
„Bruchstücke eines Traums“ – Öffentliche Führung
Sonntag, 28. Mai 2017, 11.30 Uhr
Experimentierfeld Grafik – Workshop zu grafischen Techniken für alle von 14-99
Donnerstag, 8. Juni 2017, 15 Uhr
„junger westen“ – Spaziergang durch das Museum für alle ab 65!
Samstag, 10. Juni 2017, 15 Uhr
Mit Oma und Opa ins Museum
Sonntag, 25. Juni 2017, 11.30 Uhr
Experimentierfeld Grafik – Workshop zu grafischen Techniken für alle von 14-99
Sonntag, 2. Juli 2017, 15 Uhr
„Bruchstücke eines Traums“ – Öffentliche Führung
Sonntag, 9. Juli 2017, 15 Uhr
Art-Slam „junger westen“
Kontakt: christiane.wanken@gelsenkirchen.de, 0209 - 169 4179
Öffnungszeiten:
Dienstag-Sonntag: 11-18 Uhr
Montag: geschlossen
EINTRITT FREI – schon seit über 50 Jahren im Kunstmuseum Gelsenkirchen!