25. November 2016, 11:51 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
GE. Das Kunstmuseum Gelsenkirchen zeigt ab dem 30. November 2016 die gesamte Mappe „Oh Ewigkeit Du Donnerwort“ des Expressionisten Oskar Kokoschka. Das Libretto der Kantate „Oh Ewigkeit Du Donnerwort“ von Johann Sebastian Bach inspirierte Oskar Kokoschka 1914 zu elf Lithografien, mit denen er versuchte den Schmerz angesichts der Trennung von Alma Mahler, der femme fatal der Wiener Kunstszene, zu bewältigen.
In seiner sehr eigenen expressionistischen Formensprache verarbeite er den Dialog von Angst und Hoffnung der Kantate. Sich selbst stellt der Künstler dabei in der Rolle der Hoffnung, Alma Mahler in der der Angst dar. Die elf Grafiken zeigen dabei das Hin- und Hergerissen sein der Beziehung zu Mahler, die Kokoschka immer noch beschützen möchte, und unter der er gleichzeitig leidet und an deren Scheitern er sich die Schuld gibt.
Kokoschka greift in seinen Lithografien nicht so sehr den genauen Wortlaut auf, sondern vermittelt viel mehr die Stimmung, die die Kantate, der ein Kirchenlied zugrunde liegt, das eindringlich die Schrecken und Qualen des Jüngsten Gerichts beschreibt. Im Grafikkabinett des Kunstmuseums Gelsenkirchen ist nun die gesamte Mappe Kokoschkas, begleitet mit der Musik Bachs, zu sehen.