03. März 2015, 16:25 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Gelsenkirchen kann und will es sich nicht erlauben, auch nur einen jungen Menschen an religiös extremistische Bewegungen zu verlieren. Genauso wenig möchte die Stadt, das friedliche Zusammenleben aller Kulturen in der Kommune gefährdet sehen.
Deshalb will die Kommune in enger Ordnungspartnerschaft mit der Polizei ihren präventiven und integrationspolitischen Ansatz fortsetzen und konsequent gegen menschenverachtende Ideologien antreten. Dies erfordert eine gesamtstädtische Strategie und ein vernetztes Vorgehen.
Deshalb fand am heutigen Dienstag ein Netzwerktreffen von maßgeblichen Vertretern der Stadtverwaltung und der Polizei statt. In einer Bestandserhebung wurde deutlich, dass religiöser Extremismus vielschichtig und ein gesamtgesellschaftliches Phänomen ist. Schon deshalb ist eine gute Vernetzung und die Nutzung bestehender Netzwerkstrukturen als Grundlage erfolgreicher Prävention erforderlich. In einem nächsten Schritt sollen professionelle und relevante Akteure der Stadt- und Zivilgesellschaft einbezogen werden. Die Erarbeitung eines gesamtstädtischen Handlungskonzeptes soll Ressourcen bündeln und ein abgestimmtes Verfahren zukünftig sicherstellen.
Im Fokus des Handelns sollen junge Menschen stehen, die drohen zu entfremden, sich nicht verorten und sich nicht zugehörig fühlen und so anfällig für Radikalisierung sind. Radikalisierung vorbeugen heißt, die bereits bestehenden Angebote, die Jugendliche stabilisieren und positive Identitätsbildungen ermöglichen, weiterhin passgenau auszubauen. Wichtig ist es Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen und den Dialog aufzunehmen. Integration statt Ausgrenzung ist das Handlungsziel.
Einig war man sich, dass präventive Ansätze eine soziale, schulpädagogische und integrationspolitische Perspektive haben und neben Jugendlichen mehrere Zielgruppen im Blick haben: Die Eltern, die Ansprechstellen und Hintergrundinformationen brauchen, die Migrantenselbstorganisationen, die wichtiger Dialogpartner sind, aber auch die Institutionen, in denen sich die Jugendlichen aufhalten.
Die Qualifizierung der Regelsysteme, wie zum Beispiel Schule, Jugendhilfeeinrichtungen und Einrichtungen der beruflichen Bildung wurden als ein weiteres Handlungsfeld festgestellt.
Die Teilnehmenden hatten aber auch die Anfeindungen im öffentlichen Raum im Blick, hierzu gehören neben Islam- und Fremdenfeindlichkeiten Diskriminierungen jeglicher Art, die das friedliche Zusammenleben gefährden und einer gesellschaftlichen Zugehörigkeit entgegenwirken.
Ziel ist es, in einem breiten Bündnis als Verantwortungsgemeinschaft zu agieren und gemeinsam für gelebte Vielfalt und gegen Extremismus einzutreten, ein Ziel, das die Demokratische Initiative Gelsenkirchen bereits seit vielen Jahren verfolgt.