06. März 2015, 11:02 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Über 100 Menschen kamen zur Ausstellungseröffnung „Wanderarbeit - Gesichter einer neuen Arbeiterklasse“ am 2. März in den Wissenschaftspark. Der Leiter des Kommunalen Integrationszentrums Mustafa Cetinkaya hob in seiner Begrüßung hervor, dass die Ausbeutung von Wanderarbeitern nicht etwas Exotisches sei, sondern ist überzeugt davon, dass sie auch tagtäglich im Ruhrgebiet und in Gelsenkirchen stattfinden würde. Gelsenkirchens Bürgermeisterin Martina Rudowitz betonte in ihrer Ansprache die Auswirkungen auf die Familien, wenn Elternteile in einem anderen Land oder gar Kontinent auf Arbeitssuche gehen.
In der Gesprächsrunde, moderiert von Brigitte Schneider (VHS), mit Vertretern aus dem Integrationsrat, berichteten Betroffene von ihren unterschiedlichen Migrationserfahrungen. Gemeinsam war ihnen aber auf jeden Fall, dass das Ruhrgebiet Heimat für sie geworden ist. Dr. Josef Hülsdünker, DGB-Regionsvorsitzender, und Dr. Dieter Heisig, Industrie- und Sozialpfarrer, kommentierten aus ihren Arbeitserfahrungen die aktuelle gesellschaftliche Situation und riefen zur Solidarität auf, die gegenwärtigen Probleme gemeinsam zu lösen. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von der Gruppe MAKOI, die mit ihren Trommeln viel Anklang fanden.
„Ich bin von der Resonanz, das dieses Thema hervorruft, wirklich beeindruckt", sagt der Direktor der Volkshochschule Michael Salisch.
Zu der Ausstellung eingeladen hatte „Arbeit und Leben NRW“ (Weiterbildungseinrichtung des Deutschen Gewerkschaftsbundes und der Volkshochschulen), das Kommunale Integrationszentrum und die Arbeiterwohlfahrt Gelsenkirchen/ Bottrop. Sie ist noch bis zum 27. März 2015 im Wissenschaftspark zu besichtigen. Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr und samstags von 8 bis 17 Uhr. Sie zeigt künstlerische Positionen von Mauricio Bustamante, Andrea Diefenbach, Ingar Krauss, Mischa Kuball, Wolfgang Müller, und Oliver Tjaden, die den Blick auf die Menschen jenseits von Zahlen und abwertenden Zuordnungen lenken. Sie porträtieren die Situation von Wanderarbeiterinnen und Wanderarbeitern in Asien, Europa und Deutschland.
Für Rückfragen steht Brigitte Schneider, Programmbereichsleiterin Politische Bildung, unter Telefon 0209 169-2549 gern zur Verfügung.