06. März 2015, 17:43 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Am heutigen Freitag erreichte die Stadt Gelsenkirchen die Nachricht vom Tod des Architekten des Musiktheaters im Revier, Prof. Werner Ruhnau. Er wurde 92 Jahre alt. Werner Ruhnau war ab 1956 für den Bau des Theaters in Gelsenkirchen verantwortlich. Dabei standen für ihn drei Aspekte der Integration im Vordergrund: Integration von Innen und Außen, Integration von Bühne und Saal, Integration Bau und bildende Künste. Bis zu seinem Tod engagierte er sich für das Haus und begleitete alle Veränderungen am Gebäude federführend mit.
Sein ständiges Bestreben war es, den Homo Ludens (lat. homo ludens, dt. der spielende Mensch), der in jedem steckt, zu ermuntern, von seinen schöpferischen Fähigkeiten Gebrauch zu machen.
Die Stadt Gelsenkirchen und das Musiktheater im Revier trauern um einen großartigen Architekten und engagierten Begleiter und Förderer des Theaterbaus. Sein Tod ist ein unschätzbar großer Verlust.
Oberbürgermeister Frank Baranowski: „Ich habe persönlich seine Beharrlichkeit geschätzt, mit der er in der Bau- und Entwicklungsphase des Musiktheaters zahlreiche Widerstände überwunden hat und so dem Haus zu weltweit begeisterten Reaktionen verholfen hat. Dieser Beharrlichkeit ist es auch zu verdanken, dass das Gebäude als Kunstwerk auch heute noch so ursprünglich als Gesamtidee seine Wirkung entfalten kann.“
Generalintendant Michael Schulz: "Prof. Werner Ruhnau ist für die Entwicklung der Theaterarchitektur nach 1945 ein über die Grenzen der Stadt Gelsenkirchen
und des Ruhrgebiets hinaus wirkender Visionär gewesen. Sein Konzept des demokratischen Theaterraumes, der Spiel und Raum, Stadt und Kunst miteinander verbindet, war stilprägend. So schaffte Werner Ruhnau es, dass Architektur die Bühnenkünste inspirierte und so den Mitarbeitern einer der schönsten Arbeitsplätze und den Besuchern ein außergewöhnliches Zuhause erbaut wurde. Gelsenkirchen hat durch ihn einen glücklichen Ort: das Musiktheater im Revier. Werner Ruhnau wird uns fehlen."
Prof. Werner Ruhnau wurde 1922 in Königsberg geboren. Er studierte Architektur, Kunst- und Baugeschichte an den Technischen Hochschulen Danzig, Braunschweig und Karlsruhe. 1950 bis 55 war er im Baubüro der Landwirtschaftskammer Münster tätig und entwickelte mit den Kollegen des Architektenteams den Entwurf für das Theater in Münster.
Ab 1956 war er dann verantwortlich für das Theater in Gelsenkirchen.
1959 entwarf er die Podienklaviere der Theater Bonn und Düsseldorf. 1961 nahm er an der New Yorker Ausstellung „German theatre today” teil. 1965 bis 1967 forschte er zu Fragen des Stadtklimas an den Universitäten in Quebec und Montreal in Kanada. 1968 bis 1972 entwarf Werner Ruhnau das Sozial- und Verwaltungsgebäude der Fleischwarenfabrik Herta in Herten.
1972 entwickelte er die Olympische Spielstraße München. 1978 zeichnete er verantwortlich für die Umbauten des Schauspielhauses Frankfurt.
Weitere Aktivitäten waren von 1984 bis 1990 die Werkbundsiedlung Oberhausen-Altstaden, 1986 bis 1989 der Umbau des Grillo Theaters Essen, das Ebertbad in Oberhausen, im Jahr 1990 die Beteiligung an der Künstlernekropole in Kassel, und 1992 bis 1995 der Umbau des Theaters der Altmark in Stendal.