13. März 2015, 10:29 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Mit „The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben“ setzt das Kommunale Kino (KoKi) Gelsenkirchen seine Montasreihe „Oscar 2015“ fort und zeigt den Film am Sonntag, 15. März um 12.45 Uhr sowie am Montag, 16. März um 18 und 20.30 Uhr im Schauburg Filmpalast (Horster Straße 6). Am gleichen Ort präsentiert das KoKi am Dienstag, 17. März, um 18 und 20.30 Uhr „Wir sind jung. Wir sind stark.“ als neuen deutschen Film. Im KoKi-Programm in der Gesamtschule Ückendorf (Bochumer Straße 190) läuft am Mittwoch, 18. März um 19.30 Uhr „Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach“.
Der Eintritt kostet 5 Euro für eine Vorstellung bzw. 45 Euro für die 10er-Karte. Schüler und Studierende sowie GE-Pass-Inhaber erhalten Ermäßigungen.
Die spannende Geschichte der Enigma-Dekodierung dient Regisseur Morten Tyldum als Aufhänger für eine vielschichtige Charakterstudie, die anhand von drei ineinander verwobenen Handlungssträngen das präzise Porträt des exzentrischen Informatikpioniers Alan Turing zeichnet. Nominiert für acht „Oscars“, darunter in den Kategorien „Bester Film“, „Beste Regie“, „Bester Hauptdarsteller“ und „Beste Nebendarstellerin“; ausgezeichnet u. a. beim Filmfestival in Toronto mit dem Publikumspreis und dem „Oscar“ in der Kategorie „Bestes adaptiertes Drehbuch“. —England zu Beginn des Zweiten Weltkriegs. Der geniale Mathematiker Alan Turing (Benedict Cumberbatch) wird vom britischen Geheimdienst engagiert, um zusammen mit einer Gruppe von Spezialisten den Enigma-Code der deutschen Wehrmacht zu entschlüsseln. Turings unkonventionelle Methoden und seine arrogante Art sorgen bei Kollegen und Vorgesetzten schnell für Unmut. Schließlich stellt man ihm ein Ultimatum. Während er fieberhaft an einer elektrischen Rechenmaschine arbeitet, nähert er sich einer Mitarbeiterin (Keira Knightley) an. Noch ahnt die junge Frau nicht, dass er ein sehr persönliches Geheimnis hütet. Sollte dieses an die Öffentlichkeit kommen, wäre sowohl das Projekt, als auch Turing selbst in Gefahr.
Aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet Regisseur Burhan Qurbani in „Wir sind jung. Wir sind stark.“ authentisch, differenziert sowie psychologisch und atmosphärisch dicht die erschreckenden Ereignisse von Rostock-Lichtenhagen, die zu den schlimmsten fremdenfeindlichen Übergriffen der Nachwendezeit zählen. Ausgezeichnet u. a. mit dem FBW-Prädikat „besonders wertvoll“. — Rostock-Lichtenhagen 1992. Die Tristesse in den verödeten Wohnsiedlungen verstärkt die Frustration der Jugendlichen, die wie die Clique um Stefan, Sohn eines Lokalpolitikers, keine Perspektive haben. Ihr Alltag ist tagsüber von Langeweile geprägt, während sich nachts die angestauten Aggressionen immer wieder in Randale gegen Polizei und Ausländer entladen. Die Situation eskaliert, als Steine und Brandsätze auf ein Asylbewerberheim geworfen werden und ein nicht unerheblicher Teil der zahlreichen Schaulustigen dazu Beifall klatscht:
Das neue lakonische Werk „Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach“ des schwedischen Ausnahmeregisseurs Roy Andersson zeigt skurrile Menschen in absurden Situationen: Ein Mann erleidet einen Herzinfarkt und versucht ebenso verzweifelt wie erfolglos, seine munter vor sich hinsingende Ehefrau zu Hilfe zu rufen; zwei todernste Scherzartikelverkäufer tingeln frustriert und humorbefreit durch die Provinz; eine übergewichtige Tanzlehrerin ist hoffnungslos in ihren sportlichen Musterschüler verliebt; eine alte Frau umklammert auf dem Totenbett ihre Handtasche, die sie keinesfalls den Angehörigen hinterlassen will. In den insgesamt 39 exakt komponierten Arrangements liegen die Tragik des Lebens und der Zynismus des Sterbens stets ganz nah beisammen, womit Andersson die Absurdität des menschlichen Daseins (zumindest aber des Alltags) vor Augen führt – ganz als ob man, wie eine Taube auf einem Zweig sitzend, das seltsame Treiben der komischen Figuren aus der Distanz betrachtet. Offizieller Beitrag zu den Filmfestivals in Venedig, Toronto und Stockholm.