23. November 2015, 14:55 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Stadtdirektor Dr. Manfred Beck fordert Michael Grütering, den Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände Emscher-Lippe auf, seinen Vorwurf der Fehlinformation des Haupt-, Finanz-, Beteiligungs- und Personalausschusses zurück zu nehmen.
Zur Vorgeschichte:
In Gelsenkirchen wurde von Seiten der Stadt ein erfolgreich arbeitendes Team zur Kommunalen Koordinierung des Übergangs Schule-Beruf mit Ratsbeschluss vom 3. April 2014 eingerichtet.
Ausgehend von der Landesinitiative „Kein Anschluss ohne Abschluss – KAoA“ wurden mit direkter Beteiligung der Wirtschaftsverbände IHK (Industrie- und Handelskammer) und HWK (Handwerkskammer), der Kreishandwerkerschaft Gelsenkirchen sowie dem DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund), der Agentur für Arbeit und dem Integrationscenter für Arbeit Gelsenkirchen, der Unteren und der Oberen Schulaufsicht und nicht zuletzt mit den Arbeitgeberverbänden Emscher-Lippe gemeinsame Aktivitäten in der dafür eingerichteten strategischen Steuerungsgruppe abgestimmt.
Die Anregung der Arbeitgeberverbände Emscher-Lippe zur Prüfung weiterer präventiver Angebote in Form einer Kompetenzagentur analog eines seit einigen Jahren laufenden Projektes in Düsseldorf, wurde seitens der Stadt Gelsenkirchen gemeinsam mit den Arbeitgeberverbänden und der Agentur für Arbeit sehr intensiv geprüft.
Ergebnis dieser Prüfung war, dass die Stellen zur Kommunalen Koordinierung, die zu 50 Prozent mit Landes- und ESF Mittel refinanziert sind, nicht für zusätzliche Maßnahmen angerechnet werden dürfen. Die Stadt Gelsenkirchen hat hier bereits zwei eigene Stellen aus dem Dezernat von Dr. Beck als Eigenanteil zum Landesprogramm eingebracht.
Insofern sagt Herr Grütering wissentlich die Unwahrheit, wenn er behauptet, es ginge lediglich um „die Bereitschaft der Stadt, vorhandenes Personal aus dem Dezernat für eine vertiefte Berufsorientierung bereitzustellen, ohne zusätzliche Kosten und Einstellungen.“
Der Arbeitgeberverband hatte dann angekündigt, einen eigenständigen Antrag mit der Initiative „Pro Ausbildung“ bei der Agentur für Arbeit prüfen zu lassen.
Nachdem der fachliche Austausch zwischen den Beteiligten ergeben hatte, dass aus sechs Ideenskizzen des Arbeitgeberverbandes drei Felder als hilfreicher präventiver Ansatz für Gelsenkirchen gesehen wurden, sollte ein konkretes Konzept mit Kostenrahmen vorgelegt werden. Dies ist bis heute weder bei der Agentur für Arbeit noch bei der Stadt Gelsenkirchen geschehen. Nichts Anderes hat Dr. Beck dem Ausschuss berichtet!
Die Entwicklung einer strukturierten beruflichen Orientierung läuft in Gelsenkirchen im Übrigen auf Hochtouren. Haben sich im vergangenen Schuljahr noch fünf Schulen mit 450 Schülerinnen und Schüler an den ersten Gelsenkirchener Modulen mit einer eintägigen Potenzialanalyse und Berufsfelderkundung beteiligt, so sind im laufenden Jahr bis auf zwei Schulen alle an Bord und in eine hochwertige, frühe berufliche Orientierung ab der 8. Klasse aktiv eingestiegen.
2400 Schülerinnen und Schüler besuchten eine eintägige Potenzialanalyse. Weit über tausend Eltern nahmen an Elterninformationsveranstaltungen zu diesem auch für sie wichtigem Thema teil.
Ein Internet-Buchungsportal zu den Berufsfelderkundungen der Gelsenkirchener Schülerinnen und Schüler in Betrieben, Unternehmen, Verwaltungen usw. wird für das zweite Schulhalbjahr eingerichtet (zurzeit finden mit den Schulen Fortbildungen dazu statt).
In verschiedenen Fachgruppen wurde gemeinsam mit Vertretern der Kammern, der Agentur für Arbeit, des IAG und weiterer Partner Handlungsempfehlungen konkret für Gelsenkirchen entwickelt.
Besonders die Wirtschaft ist entsprechend des Ausbildungskonsenses gefordert, ihre Unternehmen, Betriebe und Organisationen zu motivieren, genügend Plätze zur Berufsfelderkundung im 8. Jahrgang und Praktikumsplätze im 9. Jahrgang zum Betriebspraktikum zur Verfügung zu stellen. Ein Kernproblem liegt in Gelsenkirchen aber nach wie vor in den fehlenden Ausbildungsplätzen für junge Menschen.
Stadtdirektor Dr. Manfred Beck: „Es wäre wünschenswert, wenn Herr Grütering wieder auf den gemeinsamen Weg zurück finden würde, im Einklang die Probleme in unserer Stadt anzugehen. Anstelle ungerechtfertigter Polemik wäre das intensive Werben bei Unternehmen um Praktikums- und Ausbildungsplätze ein zielführender Beitrag der Arbeitgeberverbände.“