26. Oktober 2015, 10:40 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Ich begrüße Sie ganz herzlich im Wissenschaftspark Gelsenkirchen! Zunächst jene Gäste, die einen weiteren Weg hatten, die aus Münster, Bonn oder Berlin zu uns gekommen sind – aber genauso herzlich heiße ich auch alle Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener willkommen: die Unternehmerinnen und Unternehmer und ganz besonders die Schülerinnen und Schüler – schließlich sind Sie es, die heute im Mittelpunkt stehen sollen!
Sie befinden sich ja gerade in einer spannenden Lebensphase. Sie stehen vor einer nicht unwichtigen Entscheidung – vor der Entscheidung, ob Sie weiter zur Schule gehen oder eine Berufsausbildung beginnen. Und da hängt noch eine ganze Reihe weiterer Fragen mit dran: Welcher Beruf könnte es denn sein? In welchem Betrieb? Trauen die mir das zu? Traue ich mir das zu? Ist das nur eine Verlegenheitslösung – oder gibt es vielleicht sogar einen Beruf, der eine Herzensangelegenheit ist?
Wie gesagt: Das ist spannend, aber nicht ganz einfach. Da kann einem schon mal der Kopf schwirren. Und darum ist es wichtig und gut, dass Sie Hilfe bekommen. Dass Ihre Schulen Sie rechtzeitig auf diesen Moment vorbereiten, mit einem Betriebspraktikum zum Beispiel, das erste Einblicke in die Arbeitswelt vermittelt – aber eben auch mit Infoveranstaltungen wie der heutigen. Angebote, die dazu dienen, dass Sie zumindest auf einige Fragen eine klare Antwort finden.
Dabei müssen Sie nicht auf alle Fragen laut „Ja!“ sagen, wenn Ihr Gefühl Ihnen eigentlich „Nein!“ einflüstert. Aber mich und viele andere würde es freuen, wenn Sie doch eine Lösung finden, zu der Sie und ein Unternehmen „Ja!“ sagen können. Und wenn beide Seiten Ihre Entscheidung nicht nur treffen, weil man das so macht – sondern weil Sie davon überzeugt sind. Und der künftige Ausbildungsbetrieb auch.
„Integration durch Ausbildung“ lautet der Titel der heutigen Veranstaltung. Das meint: Wer einen Beruf lernt, der ist einen Schritt weiter, der hat schon etwas besser seinen Platz in dieser Gesellschaft gefunden. Und genau das wünsche ich Ihnen allen natürlich: Dass Sie Ihren Platz in unserer Gesellschaft finden – und zwar an der Stelle, wo Sie selbst hinwollen. An einer Stelle, die Ihnen nicht aufgrund von Klischees und Stereotypen zugewiesen worden ist. Oder die sie selbst aufgrund von Klischees und Stereotypen akzeptiert haben.
Und da muss ich klar sagen: Es soll nicht sein, dass es an der Familienherkunft liegt, wie gut die Berufschancen einer jungen Frau, eines jungen Mannes sind. In Gelsenkirchen leben Menschen aus vielen verschiedenen Ländern, die meisten von uns haben in irgendeiner Form einen Migrationshintergrund – auch ein Oberbürgermeister namens Baranowski übrigens. Auch für mich war es nicht von Anfang klar, dass ich einmal Abitur machen und studieren wollte.
Und auch aufgrund dieser Erfahrungen freue ich mich, wenn Jugendliche aus einer zugewanderten Familie einen guten und erfolgreichen Bildungsweg absolvieren. Egal, ob das nun das Abitur und ein Studium oder eine passende Berufsausbildung ist. Und ich freue mich, wenn Jugendliche mit türkischer, arabischer oder afrikanischer Herkunft in Deutschland bei einem deutschen Unternehmen eine Ausbildung aufnehmen – oder wenn ein türkischer Betrieb einen Azubi mit dem Nachnamen Müller aufnimmt. Vielfach ist das schon Normalität, aber es ist gut, dass wir heute mit dieser Veranstaltung darauf aufmerksam machen, dass wir da noch besser werden können. Ich wünsche allen Teilnehmern einen erkenntnisreichen Tag – und allen Schülerinnen und Schülern einen erfolgreichen Übergang in die nächste Ausbildungsstation!
Glück auf