21. Oktober 2015, 10:46 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Zur Präsentation B1 - Avantgarde entlang des Ruhrschnellwegs im Schaufenster des Kunstmuseums Gelsenkirchen sind Vertreterinnen und Vertreter der Medien zu einer Besichtigung eingeladen am
Dienstag, 27. Oktober 2015, um 11 Uhr,
im Kunstmuseum Gelsenkirchen,
Horster Straße 5-7, 45897 Gelsenkirchen.
Noch immer ist die A40, vormals B1, eine der zentralen Schlagadern des Ruhrgebiets. Kein Bewohner des Ruhrgebiets, der die Schnellstraße nicht nutzte, um auf direktem Wege in die nächste Stadt zu gelangen, oder aber hier bereits mehrere Stunden seines Lebens im Stau verbrachte.
Vor fast 50 Jahren war diese Schnellstraße, die sich durch das gesamte Ruhrgebiet durchzieht und Landschaft, Mobilität und Raum nachhaltig prägte, namensgebend für zehn Künstler, die sich zum Zwecke der gemeinsamen Ausstellung zusammenschlossen. 1969 wurden Helmut Bettenhausen, Bernd Damke, Günter Dohr (†), Rolf Glasmeier (†), Kuno Gonschior (†), Friedrich Gräsel (†), Ewerdt Hilgemann, Franz-Rudolf Knubel, Ferdinand Spindel (†) und Günter Tollmann (†) zu B1.
Gründungsort war der Halfmannshof in Gelsenkirchen, die erste Ausstellung von B1 fand in Oberhausen statt. Das Experiment und die Frage nach dem Neuen standen dabei im Fokus ihres Zusammenschlusses. Inspirieren ließen sie sich in ihrem Wirken von der Ästhetik ihrer Umwelt. Dies schlug sich sowohl in den Materialien ihrer Kunstproduktion nieder, als auch in der Komponente Bewegung, die für die Schnellstraße B1 maßgeblich war. Kunststoffe, Schaumstoffe, Aluminium, Kunststoffröhren, „Warenhausobjekte“, technische Apparaturen usw. wurden in neue Formzusammenhänge gebracht. Die Künstler experimentierten mit vermeintlich trivialen Materialien, deren ästhetische Dimension bislang nicht beachtet worden war. Allerdings kam es nie zu einer Gemeinschaftsproduktion von B1, vielmehr waren ihre künstlerischen Ausdrucksformen sehr divers. Was die Gruppe jedoch verband, war ihre Prämisse, dass „eine zwingende Wechselbeziehung zwischen konstruktiv-künstlerischen Bestrebungen und industrieller Umwelt besteht und dass entlang der B1 aktuellste Tendenzen der Gegenwartskunst auf hohem Niveau existieren.“ Eine tiefgreifende strukturelle Veränderung der alltäglichen Umwelt war das ideelle Ziel der Gruppe.
Das Kunstmuseum Gelsenkirchen präsentiert diese avantgardistische Gruppe mit Werken aus der eigenen Sammlung. Die Präsentation ist dabei ebenso divers wie es die Künstler und ihre Kunstwerke waren. Zwar existierte die Gruppe nur ein Jahr nach ihrer Gründung – die Ausstellung im Kunstmuseum wirft jedoch einen weiteren Blick auf B1 und ihre Künstler, blieben die Fragen nach Mobilität, Strukturwandel, Umwelt, Materialität und dem Standort Ruhrgebiet doch auch in den folgenden Jahren prägend für deren Arbeit.