05. Oktober 2015, 11:03 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Mit „Taxi Teheran“ zeigt das Kommunale Kino (KoKi) Gelsenkirchen am Sonntag/Montag, 11./12. Oktober, in seiner neuen Reihe „Kino global“ einen außergewöhnlichen Film. Als Autorenfilm – die Monatsreihe – folgt am Dienstag, 13. Oktober, „Escobar – Paradise lost“.
Die Vorstellungen beginnen am Sonntag um 12.45 Uhr und ansonsten um 18 und 20.30 Uhr. Der Eintritt kostet 5 Euro für eine Vorstellung bzw. 45 Euro für die 10er-Karte. Schüler und Studierende sowie GE-Pass-Inhaber/-innen erhalten Ermäßigungen.
Unter höchst schwierigen Bedingungen ist Regisseur Jafar Panahi mit „Taxi Teheran“ ein außergewöhnlicher Film gelungen, der raffiniert die Grenzen zwischen Dokumentation und Fiktion verwischt, um mit viel Herz und Humor aufschlussreiche Einblicke in die gesellschaftliche Realität seines Heimatlandes Iran zu geben. Ausgezeichnet bei der Berlinale 2015 mit dem „Goldenen Bären“ und dem Preis der internationalen Filmkritik („FIPRESCI“-Preis); offizieller Beitrag zu den internationalen Filmfestivals in HongKong, Buenos Aires, Bukarest, Sydney und Moskau (alle 2015). — Ein Taxi fährt durch die lebhaften Straßen von Teheran. Die wechselnden Fahrgäste erzählen freimütig, was sie bewegt und beschäftigt: Ein DVD-Raubkopierer handelt mit verbotenen Hollywoodproduktionen und Woody-Allen-Filmen, zwei alte Frauen wollen Goldfische in einer Quelle aussetzen und ein vorlautes kleines Mädchen berichtet über die von der hiesigen Zensur verursachten Probleme bei der Realisierung eines schulischen Kurzfilmprojekts. Am Steuer sitzt der TAXI-TEHERANRegisseur selbst, der 2010 wegen „Propaganda gegen das System“ zu einem 20-jährigen Berufsverbot verurteilt wurde und nun geheimnisvoll lächelnd ein neues cineastisches Werk kreierte. Denn eine auf dem Armaturenbrett versteckte Kamera hielt alles fest.
Das überzeugende Regiedebüt des italienischen Schauspielers Andrea Di Stefano „Escobar - Paradiese lost“ nähert sich zwischen Fakten und Fiktion dem Mythos Pablo Escobar (1949-1993) durch die Perspektive eines naiven jungen Mannes, der sich nach und nach in die Machenschaften des von Benicio Del Toro absolut brillant verkörperten Drogenhändlers verstrickt. Offizieller Beitrag zu den internationalen Filmfestivals in Toronto, San Sebastian, Zürich, Rom und Austin (alle 2014). — Mitte der 1980er-Jahre zieht es den jungen Kanadier Nick (Josh Hutcherson) an die malerische kolumbianische Küste, wo er zusammen mit seinem Bruder eine Surfschule aufbauen will. Vor Ort verliebt er sich in die bezaubernde Maria (Claudia Traisac) und erfährt schon bald, dass sie die Nichte des Drogenbarons Pablo Escobar (Benicio Del Toro) ist. Dieser wirkt zunächst wie ein freundlicher und fürsorglicher Patriarch, der nicht nur stets das Wohl des eigenen Familienclans im Auge hat, sondern auch den Bau von Krankenhäusern und Schulen für die arme Landbevölkerung finanziert. Die blutigen Fundamente von Escobars Reichtum werden Nick erst bewusst, als er bereits mit Maria auf dem Luxusanwesen des Patróns lebt. Und es kommt der Tag, an dem Escobar unmissverständlich den Tribut für seine Großzügigkeit einfordert.