16. September 2015, 17:00 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Persönlich habe ich Sie alle – soweit ich das überblicke – bereits begrüßt, unsere Begegnungen wurden ja sogar per Foto dokumentiert. Aber jetzt möchte ich Sie doch gerne noch einmal gemeinsam herzlich willkommen heißen. Schön, dass Sie dabei sind heute, bei unserer Feier für die Gelsenkirchener Ehejubilare! Schön, dass Sie unseren Einladungen gefolgt sind!
Zu Beginn des Nachmittags haben Sie an etwas teilgenommen, was Ihnen vermutlich anfangs ein bisschen komisch vorgekommen ist: eine Stadtrundfahrt – durch die eigene Stadt. Durch unser Gelsenkirchen. Manche von Ihnen haben sich wohl schon Berlin bei einer Stadtrundfahrt angeschaut, vielleicht auch Paris oder London im roten Doppeldeckerbus – aber die eigene Stadt? Ich kann mir vorstellen, dass Sie sich, als Sie unsere Einladung in den Händen hielten, gefragt haben: Ja, was soll ich denn da? Hier kenn‘ ich doch alles!
Nun, was soll ich sagen? Zunächst mal: Schön, dass Sie trotzdem gekommen sind! Dass Sie da sind und mit uns feiern. Und vielleicht sind Sie inzwischen der gleichen Auffassung wie ich: Dass auch in der Heimat eine Stadtrundfahrt eine gute Idee sein kann. Warum? Weil wir alle in der eigenen Stadt doch normalerweise immer mehr oder weniger die gleichen Wege gehen oder fahren. Zum Einkaufen, zu den Kindern, zum Arzt. Da spricht nichts gegen, aber das hat schon die Folge, dass man vieles nicht mitbekommt, was sich abseits dieser festen Wege so tut.
Dabei ist das eine ganze Menge. Auch wenn es nicht immer so etwas Großes ist wie die inzwischen schon wieder eine ganze Weile zurückliegende Wiedereröffnung des Hans-Sachs-Hauses hier um die Ecke. Aber es sind ja vor allem die vielen kleinen Schritte, die in der Summe die große Veränderung ausmachen. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass Sie alle heute eine Facette unserer Stadt erlebt haben, die selbst Sie so noch nicht kannten!
Wir haben Sie zu dieser Stadtrundfahrt aber nicht nur deshalb eingeladen, weil sie Freude bereitet – sondern auch weil ich finde, dass darin ein schönes Bild steckt, ein schöner Vergleich. Denn so, wie man hin und wieder seine Stadt, sein Umfeld mit einem neuen Blick betrachten kann und soll – so geht es uns ja auch mit Menschen, die uns nahe stehen.
Es ist wichtig, sich immer neu auf diesen Menschen, auf seinen Partner, seine Partnerin einzulassen. Sich überraschen zu lassen, sie oder ihn mit immer neuen Augen zu betrachten. Sich nicht zurückzulehnen und zu sagen: Meine Frau ist so und so, mein Mann macht das immer so, der ändert sich nicht mehr. Nein, wir alle sollten schauen, dass der Menschen an unserer Seite nicht hinter dem Bild verschwindet, das wir von ihm haben. Wir sollten vielmehr immer wieder neu auf ihn – oder auf sie – eingehen. Wir sollten uns an seiner Lebendigkeit erfreuen – und genau diese Lebendigkeit auch unterstützen!
Das ist nun kein Geheimnis, was ich da erzähle. Es ist wahrscheinlich exakt das, was Sie und Ihr Mann, Ihre Frau schon lange so halten, und das viel erfolgreicher als viele andere. Schließlich haben Sie es geschafft, eine richtig lange Beziehung zu erhalten, eine richtig lange Ehe zu führen. 50 oder sogar noch mehr gemeinsame Jahre! Das ist eine enorme Zeitspanne, gerade aus meiner Perspektive, aus der Perspektives eines Menschen, der – nun, in etwa erst so alt ist, wie Sie schon miteinander Seite an Seite leben.
Wobei wir heute, das will ich nicht unerwähnt lassen, unter uns gleich neun Paare haben, die eine Eiserne Hochzeit feiern, die also schon sage und schreibe 65 Jahre Seite an Seite leben – was nicht nur ich bewundernswert finde. Zumal ich davon ausgehe, dass Sie Ihre Ehe auch im 66. Jahr nicht in Rente schicken werden…
Das aber hinzubekommen – einem anderen Menschen so lange beizustehen, so viele Jahre und Jahrzehnte, in guten Zeiten wie auch in schlechten, denn die soll es ja durchaus auch geben – das ist alles andere als selbstverständlich. Ich jedenfalls finde das sehr beeindruckend, und wahrscheinlich sind Sie ja auch beeindruckt von dem, was Sie da miteinander erreicht haben. Denn es ist ja bestimmt so: Jahr für Jahr schenken Sie, meine Herren, Ihrer Frau Blumen zum Hochzeitstag – und Jahr für Jahr sind Sie, meine Damen, gerührt darüber, dass er den Tag nicht vergisst… Und dann, ja dann steht auf einmal eine große, runde Zahl da – und damit haben wir einen großen Anlass zum Feiern!
Und genau das wollen wir jetzt auch tun, wir alle gemeinsam. Darum möchte ich Ihnen allen ganz herzlich gratulieren – und viele weitere schöne gemeinsame Jahre wünschen! Ein herzliches Glück auf!