10. September 2015, 20:00 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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Rede von Oberbürgermeister
Frank Baranowski
- Es gilt das gesprochene Wort –
GE. Ich freue mich, Sie zur 111-Jahre Jubiläumsshow mit dem Titel „Kennst du den Mythos …“ im schönsten Opernhaus mindestens im Revier begrüßen zu dürfen.
Schalke 04 und das Musiktheater im Revier, das ist eine Verbindung, die passt. Im Jahr 1958 waren es zwei Farben blau, die die Stadt in Aufregung versetzten. In diesem Jahr gewannen die Königsblauen des FC Schalke 04 die siebte Deutsche Fußballmeisterschaft, und der französische Künstler Yves Klein schuf sein ultramarinblaues Schwammrelief im Musiktheater. Das kann doch kein Zufall sein.
Deshalb ist es auch nicht weiter erstaunlich, dass das Musiktheater im Revier mit seinem Ensemble und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern etwas auf die Beine gestellt hat, das so selbst dem großen FC Schalke 04 allein sicher nicht gelungen wäre.
„Kennst du den Mythos vom Schalker Markt“ – so beginnt einer der noch gar nicht so alten Fangesänge, die an jedem Wochenende von der königsblauen Fangemeinde angestimmt werden. Ich bin überzeugt, dass fast alle, ja vielleicht sogar alle der hier Anwesenden, textsicher mitsingen könnten.
Aber was ist das eigentlich – ein Mythos? In der ursprünglichen Bedeutung ist es eine Erzählung, mit der Menschen und Kulturen ihr Welt- und Selbstverständnis zum Ausdruck bringen. Im traditionellen religiösen Mythos wird durch den Mythos das Dasein der Menschen mit der Welt der Götter verknüpft.
Klingt vielleicht etwas akademisch, ist aber absolut zutreffend. Viele Spieler der Königsblauen bekamen ja von den Fans den Ehrentitel Fußballgott verliehen, vom Flankengott ganz zu schweigen. Und an wem „Stan“ Libuda sogar vorbei kam, muss ich Ihnen bestimmt nicht erzählen.
„Die Geschichte, die dort begann“ – die des FC Schalke 04, sie begann ja bekanntlich eigentlich nicht am Schalker Markt, sondern auf der Zeche Consolidation. Weshalb die Schalke-Spieler ja auch die Knappen genannt werden. Und der Verein hat sich seiner Geschichte gestellt. Als erster Bundesligist überhaupt hat er 2005 eine Studie mit dem Titel „Zwischen Blau und Weiß liegt grau“ über die eigene Rolle in der NS-Zeit veröffentlicht.
„Der FC Schalke wurde Legende“ und brauchte dazu weit weniger als die 111 Jahre, die nun gefeiert werden. Auch der Begriff Legende hat, man ist fast geneigt zu sagen: natürlich - einen Bezug zum Religiösen. Bereits in der Antike entstanden literarische Erzählungen über Personen, die als überragende religiös-sittliche Persönlichkeiten und „Heilige“ wahrgenommen wurden.
Fußball und Religion gehören eben eng zusammen. So wie Fußball und: Liebe. Aber nicht irgendeine, sondern:
„Eine Liebe, die niemals endet“, auch, oder vielleicht sogar weil sie mit vielen Niederlagen, tiefen Enttäuschungen, Dramen bis hin zu Tragödien, aber eben auch mit Momenten des größten nur vorstellbaren Glücks verbunden ist. Es ist eine unglaubliche Achterbahn der Gefühle.
All das, was Fußball ausmacht, das, was den FC Schalke 04 für seine Fans zum geilsten Club der Welt macht, das gibt es nun zu sehen und zu hören. Ich wünsche viel Spaß dabei, und selten passt mein abschließender Gruß besser als hier.
Glück auf!