06. August 2015, 10:46 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. „Wie sieht die Stadt von morgen aus?“ Um diese Frage geht es im Wettbewerb „Zukunfts-stadt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Wissenschaftsjahr 2015. Mit der Vision der lernenden Stadt ist Gelsenkirchen eine von 52 Städten, für die die Reise nun erst richtig losgeht.
„Lernende Stadt! - Bildung und Partizipation als Strategien sozialräumlicher Entwicklung“ ist der komplette Titel des Wettbewerbsbeitrags, den die Stadt Gelsenkirchen verwirklichen will. Aber was genau bedeutet das? „Das bedeutet, dass wir Bildung und Partizipation, also die Teilhabe, das Mitmachen der Bürgerinnen und Bürger, als Schlüssel für eine zukunftsfähige Stadt verstehen“, erläutert Dr. Manfred Beck, Stadtdirektor und Bildungsdezernent in Gelsenkirchen. Denn wenn die Bürgerinnen und Bürger selbst an der Entwicklung mitwirken, biete dies zum einen den lebensnäheren Blick auf den Bereich Bildung, zum anderen sei dies bereits eine Art der Bildung im Sinne von handelndem Lernen, so Beck weiter.
Aktuell werden die ersten Schritte auf dem Weg zur Bildungsvision geplant, denn bis zum 31. März soll sie für Gelsenkirchen entwickelt sein. „Wir haben uns einem Themenfeld angenommen, bei dem der Weg schon ein Teil des Ziels ist“, sagt Beck. „Und dieser Weg wird alle Menschen in Gelsenkirchen mit einschließen, denen die Bildung und die Zukunft der Stadt am Herzen liegt.“
In einer ersten Phase geht es in Gelsenkirchen um die Schaffung eines großen Bildungs-netzwerks, indem neben Verwaltung auch Schulen, freie Träger, Vereine und natürlich auch interessierte Bürgerinnen und Bürger ihren Platz haben. Unter dem Leitmotiv „Zukunftsbildung“ wird die Stadt zu Expertenworkshops und einer ersten Zukunftskonferenz laden. Man wolle Vorhandenes weiterentwickeln, miteinander verknüpfen und natürlich auch neue gute Ansätze finden, so Beck. Dabei seien es vor allem die drei Bereiche der formalen, informellen und nonformalen Bildung, die zu einer umfassenden Bildung im Sinne einer Lernenden Stadt dazugehörten.
Wissenschaftlich begleitet wird der Prozess z. B. durch die Auswertung von Fragebögen. Ein Team der Freien Universität Berlin unter Leitung von Professor Gerhard de Haan, der sich besonders im Bereich „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ einen Namen gemacht hat, konnte für diesen Bereich gewonnen werden und wir Gelsenkirchen auf dem Weg zur lernenden Stadt tatkräftig unterstützen.
Zum Hintergrund: Der Wettbewerb „Zukunftsstadt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) verfolgt das Ziel, gemeinsam mit der Stadtgesellschaft eine nachhaltige und ganzheitliche Vision 2030+ zu entwickeln und beinhaltet drei Phasen:
1. Entwicklung der kommunalen Vision 2030+ (52 Kommunen /Förderung: 35.000 Euro);
2. Planungs- und Umsetzungskonzept (20 Kommunen / Förderung: bis 200.000 Euro);
3. Umsetzung der Vision in „Reallaboren“ (8 Kommunen / Förderung: über 1 Million Euro)
Als eine von 52 Städten ging Gelsenkirchen erfolgreich aus einem Bewerberkreis von 168 Städten, Gemeinden und Landkreisen hervor.