29. April 2015, 11:52 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Im Mai führt die Zelluloid-Reise der KoKi-Hauptreihe nach Frankreich, einem Land, das über eine lange und einflussreiche cineastische Tradition verfügt. Zu sehen sind vier herausragende Filme, die als Komödie, Drama oder als Mischform aus beiden Genres mit viel Esprit belegen, wie lebendig und facettenreich die aktuelle französische Kino-Szene ist. Gleich am Sonntag/Montag, 3./4. Mai, steht „Eine neue Freundin (Une nouvelle amie)“ auf dem Programm im Schauburg Filmpalast. Es folgen „Heute bin ich Samba (Samba)“ am 10./11. Mai, „Verstehen Sie die Béliers? (La famille Bélier)“ am 17./18. Mai und „Zu Ende ist alles erst am Schluss (Les souvenirs)“ am 24./25. Mai. Außerdem präsentiert das KoKi am Dienstag, 5. Mai, in der Schauburg den russischen Spielfilm „Leviathan“ als Filmentdeckung, am 12. Mai den österreich-deutschen Spielfilm „Das ewige Leben“ als Literaturverfilmung, am 19. Mai den deutschen Dokumentarfilm „Stopping – Wie man die Welt anhält“ und am 26. Mai den amerikanischen Spielfilm „A Most Violent Year“ als Autorenfilm. Zum Monatswechsel, 31. Mai/1. Juni, gibt es auf vielfachen Wunsch wieder einmal „Das Wunder des Malachias“, der 1961 zum größten Teil in Gelsenkirchen gedreht wurde.
Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten kann das KoKi in der Gesamtschule Ückendorf am 13. Mai „Wie bei ersten Mal“, am 20. Mai „Yalom – Anleitung zum Glücklichsein“ und am 27. Mai „Mr. Turner – Meister des Lichts“ präsentieren.
Die Vorstellungen in der Schauburg beginnen sonntags um 12.45 Uhr sowie montags und mittwochs um 18 und 20.30 Uhr. In der Gesamtschule Ückendorf heißt es mittwochs um 19.30 Uhr „Film ab!“.
Basierend auf Ruth Rendells Kurzgeschichte „Die neue Freundin“ entwarf der versierte französische Regisseur François Ozon ein leichtfüßiges, stets überraschendes Spiel mit Geschlechterrollen, das zwischen tragischen und amüsanten Momenten die Kategorien sexueller Identitäten unterminiert. Nominiert für zwei „Französische Filmpreise“ in den Kategorien „Bester Hauptdarsteller“ (Romain Durais) und „Bestes Kostümdesign“. — Claire (Anaïs Demoustier) und Laura sind seit Kindertagen beste Freundinnen. Sie wachsen Seite an Seite auf und teilen sämtliche Erfahrungen. Die innige Freundschaft, die für ewig bestimmt zu sein schien, findet ein jähes Ende, als Laura kurz nach der Geburt ihrer Tochter an einer schweren Krankheit stirbt. Claire hat versprochen, sich um das Baby und Lauras Ehemann David (Romain Duris) zu kümmern. Bei einem unangemeldeten Besuch muss sie entdecken, wie der Witwer in Frauenkleidern dem Kind die Flasche gibt. Claire ist schockiert, fühlt sich aber schon bald immer mehr zu Davids weiblicher Seite hingezogen.
Vor dem durchaus malerischen Hintergrund eines ehemaligen Fischerdorfs an der Barentssee entwickelt „Leviathan“ ein Bild Russlands, das auch in der postkommunistischen Ära von Korruption, Machtmissbrauch und Willkür bestimmt ist – Auswüchse, die (wie der allgegenwärtige Alkoholismus) immer noch zum Alltag der Bevölkerung gehören. Dafür wurde Regisseur Andrey Zvyagintsev im eigenen Land als Vaterlandsverräter geschmäht und im Ausland mit zahlreichen Filmpreisen gewürdigt. Ausgezeichnet u. a. mit einem „Golden Globe“ in der Kategorie „Bester nichtenglischsprachiger Film“; nominiert für einen „Oscar“ in der gleichen Kategorie. — Kolia lebt als einfacher Automechaniker im rauen, schönen Norden Russlands. Zusammen mit Frau und Sohn betreibt er auf dem eigenen Land, das bereits seit Generationen im Familienbesitz ist, eine Werkstatt. Die Perspektive, aus dem idyllisch gelegenen Grundstück erheblichen Profit schlagen zu können, lockt bald den durchtriebenen Bürgermeister an. Dieser versucht mit allen Mitteln einer korrupten Bürokratie, Kolia zu vertreiben. Eine belastende Akte, die Kolias Jugendfreund Dimitri zu Tage fördert, soll den Enteignungsplänen ein Ende setzen. Doch der Bürgermeister zieht alle Register seiner Macht.