15. April 2015, 10:03 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Ich begrüße Sie und Euch alle ganz herzlich im Ratssaal in unserem immer noch recht neuen Hans-Sachs-Haus! Wir treffen uns hier in dem Raum, in dem sonst die gewählten Vertreterinnen und Vertreter unserer Stadt tagen – und ehrlich gesagt, finde ich: Das passt richtig gut. Denn Sie als Betriebs- und Personalräte haben ja ebenfalls ein Mandat, Sie sind ebenfalls gewählt, um die Interessen von Menschen hier in dieser Stadt zu vertreten – und darum können und sollen Sie an diesem Nachmittag würdige Stellvertreter der Stadtverordneten sein!
Diese beiden Mandate, das der Wähler und das der Arbeitnehmer, haben ja in der Tat nicht nur Ähnlichkeiten, sondern große Schnittmengen. Für mich steht das Wohl der Stadt Gelsenkirchen und damit ihrer Bürgerinnen und Bürger im Zentrum meiner Aufmerksamkeit. Klar ist aber auch, dass die Situation der Gelsenkirchener Unternehmen und erst recht die Situation der Beschäftigten in diesen Unternehmen zwingend mit dazu gehört. Die traditionelle Arbeiterstadt Gelsenkirchen ist für mich heute nicht ohne den Anspruch auf gute Arbeit, auf gute Arbeitsbedingungen und Mitsprache zu denken!
Dabei kann es umgekehrt nicht sehr viel anders sein: Als Betriebs- oder Personalrat steht das Wohl der Beschäftigten ganz oben auf der Liste. Aber weil es nun eben ein Betrieb in Gelsenkirchen ist, weil dieser Betrieb in die besondere Wirtschaftsstruktur im nördlichen Ruhrgebiet eingebettet ist, mit einem industriellen Kern rund um die Verbundwirtschaft, und weil es Beschäftigte sind, die überwiegend in dieser Stadt leben – da lässt sich die betrieblichen Mitbestimmung nicht von dieser Stadt trennen. Das, was Sie für Ihre Kolleginnen und Kollegen leisten, das wirkt sich zwangsläufig auf Gelsenkirchen aus!
Dass wir gemeinsame Interessen vertreten, ist nun keine neue Erkenntnis. Zu den großen Lehren aus den letzten Jahrzehnten gehört ja leider auch die Einsicht, dass für die Aktionäre und Gesellschafter an den größeren Unternehmen wie auch für ihre Manager Standorte sehr oft verhandelbare Größen sind. Sie sind austauschbar. Und das steht ganz im Gegensatz zu unserer Auffassung, zu den Interessen der Beschäftigten, deren Kinder hier zur Schule gehen, die hier ein Haus gebaut, hier Freunde und Familie haben. Genau diese Verankerung, dieses Interesse an dem, was für die einen nur ein Standort, für die anderen aber eine Stadt, nämlich ihre Stadt, ist, dieses Interesse verbindet uns, verbindet Stadtpolitiker, Gewerkschafter und die Akteure der betrieblichen Mitbestimmung!
Weil aber diese Verbindung so wichtig ist, haben Josef Hülsdünker und ich verabredet, dass wir unsere ohnehin schon enge Kommunikationen weiter intensivieren sollten. Diese Konferenz soll den Anfang machen, sie soll den Auftakt bilden zu einem dauerhaften Gespräch zwischen Stadt, Gewerkschaften und Betriebs- wie Personalräten. Zu einem Gespräch, das wir führen wollen, das wir führen müssen, damit wir unsere gemeinsame Verantwortung für diesen Standort – der ja weit mehr ist als bloß ein Standort – künftig noch besser wahrnehmen können. Ich muss sagen: Ich freue mich, dass ich bei dieser Aufgabe starke und engagierte Partner habe! Und darum wünsche ich uns allen heute einen interessanten Auftakt!
Glück auf!