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LOCATION:Kunstmuseum Gelsenkirchen, Horster Straße 5-7, 45897 Gelsenkirchen
SUMMARY:Ukrainische Nacht
DESCRIPTION:Die Majdan-Proteste markieren in der Geschichte der Ukraine einen großen Umbruch. Die Protestierenden auf dem Kiewer Majdan Nesaleschnosti (Platz der Unabhängigkeit) forderten 2013 eine größere Nähe zur Europäischen Union und stellten sich gegen ein korruptes und autoritäres Regime. Die Proteste forderten zahlreiche Todesopfer, aber führten auch zu Reformen. Der in Berlin lebende Fotograf, Miron Zownir, mit ukrainischen Wurzeln, reiste 2012/13 und erneut 2014 in die Ukraine, um ein Land zu fotografieren, das durch die Proteste in den Fokus der westlichen Öffentlichkeit rückte und in dem neue politischen Strukturen im Aufbau waren. Zownir zeigt in seinen intensiven schwarz-weißen Fotografien detailliert und eindringlich Menschen und Orte, die vom Umbruch eines Landes erzählen. Die Fotografien offenbaren dabei eine Realität jenseits der medialen Bilder, die unser Verständnis des Landes markieren. Zownir zeigt schonungslos und offen Menschen am Rande der Gesellschaft: Drogenabhängige, in Ruinen hausende Jugendliche, Obdachlose, Tuberkulosekranke, HIV-Positive, Waisenkinder oder Bewohner:innen verschiedener Roma-Lager. Der Majdan wird in Zownirs Fotos zum Platz der Verwüstung und dem Sinnbild der Ratlosigkeit eines bevorstehenden Umbruchs. Die Fotografien sind aber auch Ausdruck der Trauer über den Verlust der Menschen, die an diesem Ort sterben mussten. Durch die aktuelle Situation in der Ukraine erhalten die Arbeiten Zownirs neue Aktualität, wird gerade der Um- und Aufbruch eines Landes jäh gestoppt, und rücken Tod und Verwüstung wieder in den Vordergrund. Nicht zuletzt für die Außenseiter:innen einer Gesellschaft wird der Krieg zu einer weiteren Bürde. Somit fordern uns die Fotografien, die das Kunstmuseum Gelsenkirchen im sogenannten ‚Schaufenster‘ – ebenerdig und jederzeit einsehbar präsentiert – auf, Gewalt und Verbrechen an der Menschlichkeit zu reflektieren. Durch Miron Zownirs radikalen und doch vollkommen emphatischen Blick auf die Menschen in der Ukraine eröffnet er uns eine neue Möglichkeit der Sichtbarmachung.
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