Kunstinstallation
Sammlung Werner Thiel
In der Halle des nördlichen Maschinenhauses am Schacht 9 der ehemaligen Zeche Consolidation in Gelsenkirchen-Bismarck wurde am Ende der Klarastraße am 23. April die Kunstinstallation „Sammlung Werner Thiel“ durch Oberbürgermeister Frank Baranowski eröffnet. Die Einführung gab Prof. Dr. Ferdinand Ullrich, Direktor der Kunsthalle Recklinghausen.
Die Besucher/innen erlebten einen neuen, einzigartigen Attraktionspunkt im Kreise der besonderen, magischen Ruhrgebietsorte. Eine raumgreifende Installation aus Gegenständen des alltäglichen bergmännischen Gebrauchs; gruppiert um das größte Objekt - die Fördermaschine der alten Maschinenhalle. Alte Gegenstände mit eigener, lebendiger, erfahrbarer Geschichte - und doch kein Museum. Werkzeuge und Maschinenteile nicht als museale Unikate, sondern als Ornamente einer Kathedrale der Bergarbeit. Ein Ort der jeden gefangen nimmt, der noch offen ist für neue Eindrücke zu dem, was die Menschen im Ruhrgebiet einmal geleistet haben.
Die Kunstinstallation ist der dritte Baustein, der neben dem Consol Theater und dem Musikprobenzentrum „Consol 4“ das Kulturensemble auf dem ehemaligen Zechengelände fertig geworden ist. Als letzter Baustein erfolgte die Wiederinbetriebnahme der Luftdruck-Fördermaschine im renovierten südlichen Maschinenhaus.
Seit 1980 sammelte der Künstler Werner Thiel (1927-2003) über seine eigenen fotografischen und zeichnerischen Arbeiten hinaus auf zahlreichen zum Abriss bestimmten Ruhrgebietszechen Artefakte und Relikte bergmännischer und industrieller Arbeit.
Daraus schuf er vielfach wechselnde, sehr originell Kunstinstallationen im In- und Ausland. Die erste entstand in der Künstlerzeche „Unser Fritz“ in Herne, wo auch sein Atelier war.
Die letzte, größte und dann dauerhafte Installation wünschte sich Werner Thiel in der Halle Nord am Consol-Schacht 9 in seiner Heimatstadt Gelsenkirchen. Mitten in den Planungen verstarb er am 28. April 2003.
Helmut Bettenhausen (Künstlerzeche „Unser Fritz“) errichtete, unterstützt von Lutz Kahnwald, in der Maschinenhalle Anfang 2004 die Installation im Geiste von Werner Thiel.
Das Maschinenhaus zählt zum Eigentum der Stiftung Industriedankmalpflege und Geschichtskultur, die das Gebäude vor dem Abriss bewahrte.
Den Umbau für die neue Nutzung finanzierten seit April 1999 überwiegend das Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Programms „Soziale Stadt NRW“, die Bundesrepublik Deutschland und die Stadt Gelsenkirchen.
Die Materialien für die Kunstinstallation stellten Else Thiel und die Erben aus dem Nachlass von Werner Thiel zur Verfügung.
Die architektonische Konzeption für den Umbau des Gebäudes entwarf Dipl.Ing. Ulrich Daduna. Die Realisierung stellte Dipl.Ing. Rahim Sediqie sicher.
Die Projektentwicklung und -betreuung leistete das Referat Kultur, unterstützt durch die Bauverwaltung und das Referat Stadtplanung (Stadtteilbüro Bismarck/Schalke-Nord) der Stadt Gelsenkirchen sowie Karl-Heinz Dyla.
Besichtigungen: samstags und sonntags 12 - 18 Uhr; Gruppen nach Vereinbarung (Telefon [0209]169-9106).
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Redaktion: Referat Kultur - 10.06.2008
Im Übrigen gilt das Impressum von www.gelsenkirchen.de.
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