ZERO in Gelsenkirchen 1963/2013 - Zurück in die Zukunft

Foto: von links Günther Uecker, Otto Piene und Heinz Mack; Foto:Kurt Müller, 60er Jahre

50 Jahre nach der ersten Ausstellung der Kunstbewegung ZERO in Gelsenkirchen - mit Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker u. a. - erinnert das Kunstmuseum Gelsenkirchen an dieses besondere Ereignis, das 1963 einen Höhepunkt des regen Kulturlebens der Stadt darstellte.

Die Avantgarde-Bewegung, die zwischen dem Ende der 1950er und dem Anfang der 1960er Jahre eine Reduktion der künstlerischen Mittel anstrebte, erhielt ihren Namen von der 1958 durch Mack und Piene begründeten Zeitschrift ZERO. Uecker schloss sich 1961 dem inneren, organisatorischen Kreis der Bewegung an. Nach dem Grauen des Zweiten Weltkrieges verstand sich ZERO als Neubeginn und war Ausdruck einer optimistischen und zukunftsorientierten Haltung: "ZERO: wir leben / ZERO: wir sind für alles" (ZERO 3, 1961).

Zwischen 1958 und 1966 - als Mack, Piene und Uecker ihre Kooperation beendeten - fanden zahlreiche Ausstellungen nicht nur in Europa, sondern auch in den USA statt. Werke von Künstlern dieser Avantgarde wurden u. a. in Antwerpen, Brüssel, Amsterdam, London, New York, Philadelphia und Mailand sowie in Düsseldorf, Berlin, Frankfurt und Gelsenkirchen gezeigt.

Die Ausstellung, die 1963 auf Initiative des Künstlers Ferdinand Spindel in der Künstlersiedlung Halfmannshof anlässlich eines internationalen Kongresses zu zukunftsweisenden Fragen des Städtebaus ("Gesellschaft durch Dichte") in Gelsenkirchen stattfand, stellt eine der wichtigsten gemeinsamen Auftritte der ZERO-Bewegung in Deutschland dar. Die dort gezeigten Werke zeichneten sich durch die Verwendung von neuen Materialien und Techniken, durch die Ausdehnung in die dritte Dimension und durch ihre lichtkinetische Wirkung aus. Leider wurde die Eröffnung am 22. November 1963 durch die Nachricht vom Attentat auf John F. Kennedy überschattet.Trotzdem war die Ausstellung ein großer Erfolg.

Nach 50 Jahren möchte das Kunstmuseum Gelsenkirchen an die Ausstellung von 1963 erinnern und die aktive Rolle von Gelsenkirchen in der Unterstützung der Avantgardekunst in den 1960er Jahren aufzeigen. In enger Kooperation mit der ZERO foundation (Düsseldorf) werden die Exponate der Ausstellung von 1963 bzw. vergleichbare Werke aus derselben Zeit aller damals beteiligten Künstler präsentiert. Die Schau des Kunstmuseums greift das Grundprinzip der ersten Gelsenkirchener ZERO-Ausstellung wieder auf und zeigt Objekte, die durch Licht und Bewegung in den Raum greifen und diesen mit einbeziehen.

Die Ausstellung umfasst zudem einen Dokumentationsteil mit einem von Heinz Mack erstellten Modell für das "ZERO-Haus", ein der ZERO-Kunst gewidmetes Museum, das die Künstler Mack, Piene und Uecker der Stadt Gelsenkirchen zur Realisierung anboten.

Folgende Künstler werden mit Werken in der Ausstellung vertreten sein: Pol Bury, Hermann Goepfert, Hans Haacke, Oskar Holweck, Adolf Luther, Heinz Mack, Otto Piene, Uli Pohl, Hans Salentin und Günther Uecker.

Das abgebildete Foto (Nachlass Kurt Müller) ist in den 60er Jahren entstanden und zeigt von links Günther Uecker, Otto Piene und Heinz Mack.

 

Ausstellungseröffnung am 22. November 2013

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