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Zwei Berge - eine Kulturlandschaft
Auf einer GPS-Rallye zwischen Mechtenberg und Rheinelbe
Bild: Eine Station der Rallye ist eine Brücke

Drei Mädchen, viele Bäume, eine Frage: wohin gehen? Rechts, links oder doch geradeaus? Sedef, Süeda und Kübra schauen fragend auf ihren Wegweiser, der sich im Moment noch nicht so recht entscheiden kann. Beziehungsweise noch die richtige Position sucht. Kaum größer als ein Handy, dafür aber quitschegelb und mit einem langen Trageriemen versehen, halten die Mädchen ihn auf der flachen ausgestreckten Hand gen Himmel. Schließlich ist ihr kleiner gelber Wegweiser ein Global Positioning System (GPS)-Empfänger, der den Kontakt nach oben, zu den entsprechenden Satelliten braucht. Nach einem kurzen Moment hat sich der Pfeil auf dem Display endlich eingependelt: die digitale Kompassversion zeigt nach links. Die Mädchen atmen auf. Na also, es geht doch, weiter durch den Wald, immer dem Pfeil nach! Schließlich wollen sie heute noch den Schatz finden, von dem Sarah Baumann und Oliver Balke vorhin gesprochen haben.Der Förster und die Landschaftsarchitektin sind diejenigen, die die drei Mädchen vor knapp einer Stunde an der Forststation Rheinelbe in den Wald geschickt haben. Genauer gesagt auf eine GPS-Rallye zwischen Halde Rheinberg und Mechtenberg. Zusammen mit 15 weiteren Klassenkameraden der Klasse 6 der Gesamtschule Horst sollen sie die Landschaft im Städtedreieck von Bochum, Essen und Gelsenkirchen erkunden und dabei spielerisch einen Eindruck von der vielfältigen Geschichte der Region bekommen. Im Rahmen dieser Art „modernen Schnitzeljagd“ gilt es, in kleinen Gruppen zwölf Stationen anzulaufen, Aufgaben zu lösen und Fragen zu beantworten. „Nur wer richtig kombiniert, findet am Ende den Weg zu einem sogenannten „Cache“, einem an einem ungewöhnlichen Ort versteckten Schatz“, erklärt Oliver Balke das Rallye-Prinzip.

Die Reise führt die Kinder dabei im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein: nach der ausführlichen Einführung an der Forststation und der Ausstattung mit einem blauen Equipment-Rucksack, erklimmen Sedef, Süeda, Kübra und ihre Mitstreiter im strahlenden Sonnenschein unter anderem Klippen mit roter Erde oder wandeln durchs Unterholz. Dass dabei immer wieder auch knifflige Fragen beantwortet werden müssen, ist ein Unterfangen, was sich aber gerade zu Beginn der Tour als gar nicht so einfach herausstellt. Zwar kommen die handyerfahrenen Sechstklässer schnell dahinter, wie der GPS-Empfänger zu bedienen, die gespeicherten Punkte anzuwählen und die Anzeige abzulesen ist, doch im Eifer des Gefechts gehen bei der ein oder anderen Gruppe zunächst die Fragen unter. Doch auch das ist nach der zweiten Station und dem kurzen Hinweis von Lehrerin Eva Wiersdorff kein Problem mehr: „Die Fragen stehen alle in eurem Aufgabenbuch drin, ihr müsst nur ein bisschen blättern und dann gut überlegen.“ Gesagt, getan. Pflichtbewusst wird ab sofort nicht nur auf GPS-Empfänger und Kompass geschaut, sondern auch das so genannte „Road-Book“ durchgesehen und bearbeitet. Die Schülerinnen und Schüler bestimmen Rohrumfänge und Fließgeschwindigkeiten, schätzen die Höhe von Bauwerken und machen sich Gedanken darüber, um wen oder was es sich bei einer „Goldrute“ handeln könnte.

Ein Konzept, das der begleitenden Lehrerin sehr gut gefällt. Eva Wiersdorff unterrichtet die Klasse in Naturwissenschaften und war sofort begeistert von der Idee einer GPS-Rallye zwischen Rheinelbe und Mechtenberg. „Ich kenne das Gebiet hier gut und finde die verschiedenen Anknüpfungspunkte zum Unterricht sehr interessant. Was auf der Tour erfahren wird, kann in der Schule dann vor- und anschließend nachbereitet werden.“ In Gedanken ist Eva Wiersdorff sogar schon einen Schritt weiter. Sie erzählt, dass sie bereits über konkrete Unterrichtsmaterialien oder gleich ganz fachspezifische GPS-Touren nachdenkt. Diese könnten sich dann vielleicht nur mit einem Aspekt oder einem Fach wie beispielsweise Mathematik oder Biologie beschäftigen. Eine Idee, die sicherlich nicht nur der Pädagogin gefällt, sondern auch bei den Schülerinnen und Schülern gut ankommen dürfte. Schließlich sieht man bei Sedef, Süeda, Kübra schon im Verlauf der Rallye zufriedene Gesichter. „Das macht richtig Spaß“ stellen die Mädchen fest, als sie mit gezücktem Empfänger den nächsten unbekannten Hügel hochkraxeln. Dass der Regionalverband Ruhr (RVR) und der Landesbetrieb Wald und Holz NRW mit dem neuen GPS-Rallye-Angebot für Jugendliche und Erwachsene auf dem richtigen Weg sind, zeigt sich ebenfalls am Bauernhof Mechtenberg. Als die Rallyegruppe hier kurz zum Tiere streicheln anhält, ergibt sich mit anderen Rastenden schnell ein Gespräch über unsere Tour.

Was den letztendlichen Sieg der GPS-Rallye angeht, so haben übrigens alle sechs Gruppen das richtige Ziel mit dem Schatz erreicht - nur zu unterschiedlichen Zeiten. Während die schnellsten nach knapp zwei Stunden wieder an der Forstsstation angekommen sind, erreichen Sedef, Süeda und Kübra nach knapp dreieinhalb Stunden als letzte Gruppe den Schatz. Angesichts der schönen Reise und gefundenen Fossilien ist das aber weder für die wartenden Klassenkameraden noch für die drei Mädchen ein Problem: schließlich verspricht Frau Wiersdorff neben dem Schatz (der aus einem Pin und einen Ruhratlas für jeden besteht) auch noch einen weiteren Gewinn für alle Schnitzeljägerinnen und -jäger.

Wer Lust hat, sich einmal selbst auf Entdeckungsreise zwischen Mechtenberg und Rheinelbe zu begeben, kann sich direkt bei Oliver Balke in der Forststation Rheinelbe anmelden: Telefon 0209 - 1 47 48 44 oder oliver.balke@wald-und-holz.de Das Angebot richtet sich an Gruppen und Schulklassen bis zu 40 Personen.




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