„Ecclesia und Synagoga -
Das Judentum in der christlichen Kunst“
Ausstellung mit Begleitprogramm
Gelsenkirchen, Kulturraum „die flora“, 27. Februar bis 1. April 2007
- Grußwort von Pfarrer Andreas Chaikowski
(Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Gelsenkirchen e. V.)
zur Eröffnung der Ausstellung am 26. Februar 2007 -
Sehr geehrte Bürgermeisterin Preuß, liebe Frau Apfeld, sehr geehrte Herr Professor Jochum
Sehr geehrte Damen und Herren
Die Synagoga zieht durch die Stadt, Jüdinnen und Juden, aufrecht und stolz, öffentlich sichtbar und der Öffentlichkeit sichtbar gemacht
Nicht gejagt, nicht gestoßen, nicht getrieben, nicht verhöhnt
Rabbinen tragen tanzend und singend die Torarollen von einem Beth haknesset zum anderen, von einer Synagoge zur anderen.
Die Ekklesia steht dabei, geht mit,
nicht jagend, nicht stoßend, nicht treibend, nicht verhöhnend
sieht zu, nimmt Anteil, in vielfältiger Weise
staunend, fasziniert, respektvoll, aufmerksam,
seltsam, ja vielleicht gar freudig berührt
Sie läutet gar ihre Glocken
Schließt sich an, reiht sich ein
Die Synagoga lädt ein,
freundlich, in vielfältiger Weise
staunend, fasziniert, respektvoll, aufmerksam,
seltsam, ja vielleicht gar freudig berührt
Die Ekklesia steht Schlange, hundertfach,
reiht sich ein, will sehen, fühlen, hören, riechen, tasten, schmecken,
wartet, geduldig, freundlich, aufmerksam, respektvoll.
So geschehen hier in dieser Stadt Gelsenkirchen am 1. Februar in diesem Jahr 2007 und in den Tagen danach bis heute
Das Schlangestehen, hundertfach, das geduldige Warten
Das sehen, fühlen, hören, riechen, tasten, schmecken wollen
Es hält an!
Beides fügt sich zusammen:
Eine neue Synagoge und diese Ausstellung,
seit vielen Jahrhunderten ist die Ekklesia diejenige mit den verbundenen Augen
öffnen wir also unsere Augen, unsere Sinne und nehmen wir beides war:
lebendiges jüdisches Gemeindeleben in einer neuen Synagoge in dieser Stadt
und die unheilvolle Wirkmächtigkeit der Bilder, Bildnisse und Symbole unserer Theologie-, Kirchen- und Kulturgeschichte.
Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit freut sich sehr, dass es in Kooperation mit der Stadt Gelsenkirchen, in Sonderheit mit der Leiterin der Flora, Frau Apfeld, gelungen ist, diese Ausstellung auch in Gelsenkirchen zu zeigen.
Die Gesellschaft dankt Herrn Professor Jochum für die Entwicklung und Realisierung dieser Ausstellung und wünscht der Ausstellung „Ecclesia und Synagoge - Das Judentum in christlicher Kunst“, den ihr gebührenden Erfolg.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
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Bild oben rechts: „Geblendete Synagoga“ - Passionsfenster der Kathedrale von Chartres, frühes 13. Jh. Nachzeichnung von Cahier-Martin
Redaktion: Referat Kultur, 06.03.2007
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