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Kuno Gonschior, Ohne Titel (Optical Art Wandobjekt), 1974
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Zum Objekt:
Es war einmal eine große, nackte, weiße Wand. Sie grenzt den Innenhof eines Hauses an der Cranger Straße 36 ein. 1974 wurde der Bochumer Künstler Kuno Gonschior eingeladen, für eine Belebung dieser Fläche zu sorgen. Inzwischen heißt der Eigentümer der Immobilie Werner Bibl, ein nachgewiesener Kunstfreund, der sich nun - nach 33 Jahren - erneut an den Mal-Professor aus der Nachbarstadt wandte und die Restaurierung der gesamten Punkt-Fläche einleitete. Ein starker Wurf für den Aspekt „Kunst im öffentlichen Raum“.
Denn Bibl bringt sein Haus durchaus mit (eingeschränkter) Öffentlichkeit in Verbindung. Da sich an diesem Ort auch die Ceramic Art - Galerie Jutta Idelmann befindet und Gäste nach Anmeldung das Wandobjekt besichtigen können, ist das Etikett nicht falsch gewählt. Bibl hat auch bereits eine stattliche Farb-Kinetik-Wand im Außenbereich von Heinrich Jüttner gestalten lassen.
Gonschior „klebt“ 20 saturngelbe Punkte aus Aluminiumblech harmonisch an die Innenfront. Wie Sonnen leuchten die 50 cm großen Rundscheiben in die Umwelt, setzen ein bewusstes Gegenmittel zum dunklen Grün des Naturgartens. Die fluoreszierende Folie der Gonschior-Kreise wirkt wie in attraktives Op-art-Objekt: Das Sehen wird gefordert. Die visuelle Herausforderung führt den statischen „Pointilismus“ in vibrierende Schwingungen über. Architektur wird aufgelockert, Fläche wird Raum, das Signalgelb provoziert Leuchten, Licht, Strahlen. Gonschior: „ Die Wand scheint sich zu bewegen, wandert ins Dreidimensionale. Unser Sehvermögen wird auf eine eigene Probe gestellt“.
Zum Künstler:
Kuno Gonschior, 71, ist bestens bekannt im Revier. Er hat schon vor Jahrzehnten bei Rolf Glasmeier oder auch im Museum ausgestellt. Der ehemalige Kunstprofessor an der Berliner Hochschule - in der alten und neuen Hauptstadt liegt auch sein zweiter Wohn- und Ateliersitz neben Bochum - ist sich in seinem Schaffen stets treu geblieben: ein Asket der Ästhetik, ein Kinetiker der Farben, ein Organisator schlichter Ordnung, ein Formgeber für Flächen und Räume, ein Op-art-Visionär mit strengem Programm. Dass dieses Genre vor gut 40 Jahren als radikale Avantgarde und künstlerische Revolution, verstanden wurde, kann man sich heute kaum vorstellen. Gonschior setzt wie die prominenten Kollegen Luther, Vasarely, Wilding, Soto oder Colombo u. a. auf das Ausloten von menschlicher Wahrnehmung mit den Mitteln der „Optical Art“. Bibls Haus reiht sich so in die großen Gestaltungen ein.
Hintergrundinformation:
Das Projekt wurde gefördert durch die Fa. Arnold AG, 6136 Friedrichsdorf bei Bad Homburg (Alubleche) und die 3M Deutschland GmbH, 41453 Neuss (Scotchcal fluoresz. Farbfolie u. spez. Oberflächenschutzfolie). Das ist das zweite Projekt von Werner Bibls "Kunst im öffentlichen Raum". (Das andere Objekt: REBO-webiseima von Heinrich Jüttner.)
Das metallverarbeitende Unternehmen Arnold widmet sich im Geschäftsbereich „Designbauteile“ u. a. der Umsetzung von Skulpturentwürfen international bedeutenden Künstlern wie Jesus Rafael Soto, Kazuo Katase, Sol Lewitt, Claus Bury, Francois Morellet, Magdalena Jetelova, Stefan Kern, Jeff Koons, Vera Röhm , Vadim Kosmatschof , Rudolf Valenta, Prof. Klaus Staudt.
Gesponsert wird das Hof-Projekt von zwei international tätigen Firmen (Arnold AG in Friedrichsdorf, 3M Deutschland GmbH in Neuss), weil die beiden Unternehmen die Qualität und Professionalität von Bibl/Gonschior akzeptierten und von sich aus fördern wollten.
Links und Hinweise:
Text: Hans-Jörg Loskill. Fotos: Jutta Idelmann (Eine weitere Verwendung der Fotos ist nicht gestattet.)
Redaktion: Referat Kultur in Kooperation mit Werner Bibl, Stand: 08.08.2007
Im Übrigen gilt das Impressum von www.gelsenkirchen.de

