Klaus Noculak/ Hermann EsRichter, Nachtzeichen, 1999

Titel Nachtzeichen
Typ Lichtinstallation
Künstler Klaus Noculak (1937/Recklinghausen) und
Hermann EsRichter (1939/Oberhausen)
Material Scheinwerfer
aufgestellt 1999
Anmerkung Im Rahmen des von IBA Emscher Park, Montan-Grundstückgesellschaft, Stadt und Kunstverein Gelsenkirchen initiierten Projekts zur künstlerischen Gestaltung der Halde Rungenberg
Standort Halde Rungenberg
Orientierung > Lageplan/Kulturtopographie
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Permanente Licht-Installation: Halde Rungenberg, Gelsenkirchen Buer, NACHTZEICHEN/Landmarke, Klaus Noculak und Hermann ESRichter, erstellt zur IBA Emscherpark 1999, Photographie: Barbara Noczulak, Berlin

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Zum Objekt:

Die Halde Rungenberg wurde vom Bergwerk Hugo/Ewald aufgeschüttet. Zur künstlerischen Gestaltung des insgesamt 500.000 qm großen Areals wurde 1992 ein Wettbewerb ausgerufen, der von der Künstlergemeinschaft EsRichter/ Nucolak gewonnen wurde. In ihrem Siegerentwurf akzentuierten die beiden Künstler die Haldenspitze als eine in der Dunkelheit weit sichtbare Landmarke. Jedoch lohnt sich auch ein Blick auf die Anlage aus nächster Nähe.
Der direkteste Weg führt über eine Brücke und einen Treppenaufgang von der Siedlung Schüngelberg zu den „Nachtzeichen“, wobei diese Achse in Form einer Schneise auch auf der Haldenkuppe weitergeführt und somit ein unmittelbar Bezug zur Siedlung hergestellt wird. Zu beiden Seiten dieser Schneise erheben sich zwei Dreieckspyramiden aus schwarzem Bergematerial auf denen jeweils ein vier Meter hoher Spiegelscheinwerfer positioniert wurde. Die beiden aus verrostetem Stahl bestehenden Scheinwerferröhren sind so ausgerichtet, dass sich bei Dunkelheit ihre Strahlen über der Haldenspitze kreuzen, wobei der Winkel der Lichtstrahlen dem Winkel der dahinter liegenden Böschung entspricht. Am Nachthimmel entsteht somit eine immaterielle Ergänzung der Doppelpyramidenanlage zu einer großen Pyramide. Gleichzeitig wird innerhalb der entstehenden großen Lichtpyramide der von der Erdanhäufung ausgelassene Schneisenraum nach oben hin gespiegelt. Zudem erscheint durch den weiteren Verlauf der Lichtstrahlen ein weiteres, auf den Kopf stehendes Dreieck, welches erneut die wiederkehrende pyramidale Grundform der Haldenkopfgestaltung aufnimmt.
Festzuhalten ist, dass nur die Lichtinstallation zur Vollendung der Haldenspitze auf Nucolak und EsRichter zurückgeht. Die eigentliche Haldengestaltung, also die geometrische Anlage und Aufhäufung des Bergematerials entstand nach Plänen des Schweizer Architekturbüros Rolf Keller, das auch die Neubauten der Siedlung Schüngelberg entwarf. Diese markante und betont künstliche Form verweist auf die Halde als vom Menschen geschaffenes Landschafselement. Durch die Lichtinstallation wird die Halde nicht nur formal (zur Pyramide) komplettiert, sondern auch in ihrer Künstlichkeit betont. Die dem künstlerischen Konzept von Noculak und EsRichter immanente Verbindung von Positiv- und Negativform, von Raum und Leere, Licht und Materie bilden einen für die Landmarkenkunst im Ruhrgebiet besonders interessanten Ansatz.


Zu den Künstlern:

Hermann EsRichter studierte Kunst in Essen, Stuttgart und Düsseldorf sowie Philosophie und Geographie an der Universität Köln. Mit seinen in unterschiedlichen Medien gestalteten Arbeiten nahm er bereits an diversen Einzel- und Gruppenausstellungen teil. Er lebt und arbeitet in Oberhausen und Mülheim/Ruhr.
Klaus Noculak ist gelernter Steinmetz und studierte Bildhauerei an der Werkkunstschule Dortmund sowie an der Hochschule für bildende Künste Berlin. Der in Berlin lebende Künstler ist auf Ausstellungen im In- und Ausland vertreten. Seine Arbeit umfasst insbesondere die Gestaltung von Außenräumen, architekturbezogene Kunst und Papierobjekte.


Hintergrundinformation:

Am Wettbewerb zur künstlerischen Gestaltung der Halde Rungenberg beteiligten sich elf dem Ruhrgebiet verbundene Künstler mit insgesamt sieben Beiträgen. Die eingereichten Vorschläge, die im Herbst 1992 auch im Städtischen Museum Gelsenkirchen ausgestellt wurden, zeigten auf vielfältige Weise eine Auseinandersetzung  mit der Gegensätzlichkeit von Natur- und Industrielandschaft.
Hermann EsRichters und Klaus Noculaks Siegerentwurf sah ursprünglich eine dreiteilige plastisch-skulpturale Konzeption vor, die neben der Lichtplastik „Nachtzeichen-Landmarke“ das „Schienenplateau“ als horizontales, skulpturales Strukturfeld und eine „Kunstnatur-Schneise“ als Natur-Skulptur vorsah. Letzteres wurde bislang nicht umgesetzt.


Links und Hinweise:

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Logo des NRW KULTURsekretariats (Wuppertal) Text: Sabine Fiereck; Foto: Permanente Licht-Installation: Halde Rungenberg, Gelsenkirchen-Buer, "Nachtzeichen"/Landmarke, Klaus Noculak und Hermann EsRichter, erstellt zur IBA Emscherpark, 1999, Photographie: Barbara Noculak, Berlin.
Idee und Konzeption: Referat Kultur
Gefördert durch das Kultursekretariat NRW Wuppertal im Rahmen von „Diskurs Kunst“
Redaktion: Referat Kultur
Im Übrigen gilt das Impressum von www.gelsenkirchen.de
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